Grüner und weißer Spargel unterscheiden sich nicht nur durch die Farbe. dpa/Gudrun Krebs

Der frische Spargel aus der Region ist angestochen, liegt in den Verkaufstresen der Spargelhöfe, in Verkaufsbuden in Beelitz und anderen Orten in Brandenburg. Frisch aus der Erde schmeckt er köstlich zubereitet am besten. In den Supermärkten liegt die Ware auch längst, allerdings kommt der Spargel oft nicht aus Berlins Umland, sondern mitunter von weit her. Wussten Sie, dass China mit Abstand die größte Menge Spargel produziert? Allerdings wird die meiste Menge für den heimischen Markt hergestellt, beim Export liegen die lateinamerikanischen Länder Mexiko und Peru vorne, beim Import liegt Deutschland hinter den USA auf dem zweiten Platz.

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Deutsche lieben weißen Spargel, international ist der grüne gefragt

Günstig angebotener Spargel ist also häufig nicht so frisch, wie viele Verbraucher glauben, denn oft hat er weite Wege zurückgelegt, bevor er in der Gemüsetheke angeboten wird. Bei Deutschen steht traditionell vor allem der weiße Spargel hoch im Kurs. Durchschnittlich 1,7 Kilo isst jeder Bundesbürger pro Jahr davon, bei Preisen die vielerorts zweistellig je Kilo sind. International ist der grüne Spargel beliebter, das soll übrigens vor Jahrhunderten auch in Deutschland so gewesen sein. Erst mit der Zeit entwickelten die Deutschen die Lust an den weißen Spargelstangen.

Grüner und weißer Spargel sind nicht einfach zwei Sorten desselben Gemüses, die Aufzucht der beiden verschiedenen Stangengemüse unterscheidet sich fundamental. Der grüne Spargel wächst nämlich oberirdisch, der weiße Spargel in der Erde. Sobald der Spargelkopf die Erdoberfläche erreicht, wird er gestochen, was jetzt gerade vielerorts in Brandenburg zu sehen ist.

Chlorophyll gibt grünem Spargel die Farbe

Seine Farbe gewinnt der grüne Spargel also wie andere Pflanzen auch durch das ihm eigene Chlorophyll. Diese unterschiedlichen Aufzuchtmethoden verstärken die unterschiedliche Geschmacksausrichtung der beiden Sorten: Der grüne Spargel ist eher würzig, der weiße mild, was sie jeweils geeigneter für bestimmte Gerichte macht: Grüner Spargel eignet sich als vielseitige Beilage zu Fleisch oder auch zu asiatischen Gerichten, weißer Spargel spielt dagegen meist die Hauptrolle, wird mit Soßen, Schinken, Schnitzel oder Fisch ergänzt.

Eines haben beide Sorten gemeinsam: Sie bestehen vor allem aus Wasser, nämlich zu 90 Prozent. Außerdem sind sie gut für die schlanke Linie, sie enthalten nämlich nur wenige Kalorien und so gut wie kein Fett. Beide Sorten enthalten auch eine Reihe lebenswichtiger Vitamine, nämlich A, B, C, E und K sowie essenzielle Mineralstoffe.

Grüner Spargel enthält mehr Vitamin B, C und Folsäure

Der direkte Gesundheitsvergleich kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Tatsächlich enthält grüner Spargel mehr Vitamin B und C sowie Folsäure, die unter anderem für die Zellteilung und die Neubildung von Zellen unentbehrlich ist. Dazu kommt, das ein Teil der Nährstoffe beim weißen Spargel durch das Schälen verloren geht, den grünen Spargel kann man ungeschält verarbeiten.

Doch diese Unterschiede sind so erheblich auch wieder nicht: Wer Lust auf weißen Spargel hat, bekommt in aller Regel ein sehr gesundes Gemüse auf den Tisch. Jetzt ist die Zeit, ihn frisch zu servieren.