Es ist zum Verzweifeln: Sie disziplinieren sich so sehr beim Essen und trotzdem nehmen Sie nicht ab. IMAGO / Shotshop

Die Waage im Bad ist Ihr bester Feind? Freunde und Familie wenden sich von Ihnen ab, weil sie unausstehlich geworden sind? Seit Monaten halten Sie strenge Diät, aber die Pfunde wollen einfach nicht purzeln? Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Denn Abnehmen ist nicht nur eine Frage einer strengen Diät. Es spielen so viele Faktoren mit rein, die Sie kennen müssen, um wirklich erfolgreich Gewicht zu reduzieren. Wir verraten Ihnen, woran es liegen könnte, dass Sie trotz Diät nicht abnehmen.

Nicht abnehmen trotz Diät? Sie schlafen schlecht!

Sie schlafen nachts schlecht? Dann brauchen Sie sich eigentlich nicht wundern, wenn es mit dem Abnehmen trotz Diät einfach nicht klappen will. Denn Schlaf und Körpergewicht hängen unmittelbar zusammen: Schlafmangel fördert Übergewicht. Studien zeigen, dass chronischer Schlafmangel (oder auch Schichtarbeit) mit einem erhöhtem Risiko für Adipositas und Diabetes einhergehen. Wer sein Schlafpensum von achteinhalb Stunden auf fünfeinhalb reduziert, wird beim Abnehmen weniger bis kaum erfolgreich sein. Der Grund: Die Muskulatur verbrauchte laut den Ergebnissen der Studie in der durchwachten Nacht weniger Glukose und griff für ihre Energieversorgung offenbar vermehrt auf Proteine zurück.

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Nicht abnehmen trotz Diät? Sie glauben, Light-Produkte helfen beim Gewichtsverlust!

Sie halten streng Diät, essen sogar Light-Produkte statt des geliebten Voll-Fett-Käses. Und trotzdem purzeln die Kilos nicht? Das Problem: Light-Lebensmittel müssen nicht unbedingt kalorienarm sein, wie Untersuchungen gezeigt haben. Die „Light“-Bezeichnung besagt lediglich, dass 30 Prozent weniger Zucker oder 50 Prozent weniger Fett als in einem vergleichbaren Produkt enthalten sein müssen. Oft wird der dadurch resultierende Geschmacksverlust (Zucker und Fett sind nun einmal Geschmacksträger) durch Inhaltsstoffe ausgeglichen, die viele Kalorien enthalten. Dadurch kann der Kalorienunterschied zur regulären Variante unter Umständen nur minimal sein. Wer dann denkt, beim Light-Produkt ordentlich zugreifen zu können, weil es ja „light“ ist, der tappt in die Kalorienfalle.

Wer zu wenig trinkt, legt sich beim Abnehmen selbst Steine in den Weg. imago stock&people

Nicht abnehmen trotz Diät? Sie trinken zu wenig!

Hätten Sie’s gewusst: Zu wenig trinken ist der Hauptgrund, warum Menschen trotz Diät nicht abnehmen können. Wer zu wenig trinkt, reduziert seine Stoffwechselleistung: Pro Prozent Körperwasserverlust sinkt der Energieverbrauch um etwa 1 Prozent – zum Beispiel von 2000 auf 1980 Kalorien. Umgekehrt steigt die Kalorienverbrennung prozentual mit der Körperwasserzunahme.

30 Milliliter Wasser pro Kilo Körpergewicht gehen täglich über Harn, Stuhl, Schweiß und Atemluft verloren. Das sind bei einer 80-Kilo-Person 2,4 Liter. Und genau die müssen wieder zugeführt werden. Aus fester Nahrung schöpft der Körper bereits ungefähr einen Liter, die restlichen rund 1,5 müssen in flüssiger Form dazukommen.

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Nicht abnehmen trotz Diät? Sie lassen eine Mahlzeit ausfallen!

Kaum ein Abnehm-Trend ist gerade so In wie das Intervallfasten. Bei der Methode 8:16 darf man nur an acht Stunden des Tages kalorienhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Die meisten Menschen verzichten deshalb auf ein gesundes Frühstück oder ein leckeres Abendessen. Und wundern sich dann, warum sie trotzdem nicht abnehmen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisiert, dass die meisten Konzepte des Intervallfastens keine oder nur sehr vage Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl beinhalten. Daher findet alleine durch das intermittierende Fasten in der Regel keine Ernährungsumstellung hin zu einer ernährungsphysiologisch günstigen Lebensmittelauswahl statt. Wer also in seinen acht Stunden „Essenszeit“ – zum Beispiel, weil er vorher gehungert hat – so viel Blödsinn wie möglich in sich hineinstopft, nimmt zu, obwohl er ganz diszipliniert eine Mahlzeit ausfallen lässt.

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Nicht abnehmen trotz Diät? Sie essen zu wenig!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Wer denkt, je weniger man isst, desto mehr nimmt man ab, der irrt gewaltig. Um eine langfristige Gewichtsabnahme zu erreichen, sollten 250 bis maximal 500 Kalorien am Tag gespart werden. Wichtig: 250 Kalorien, die man täglich spart, bringen dann eine Abnahme von einem Kilo Fettmasse in 28 Tagen. Spart man täglich 500 Kalorien, ist das eine Kilo pures Fett in 14 Tagen runter. Das Problem: Wer noch stärker ins Kaloriendefizit geht, suggeriert seinem Körper eine Hungerphase. Das bedeutet für den Körper Stress. In solchen Notzeiten lagert der Körper erst recht Fett ein, um Reserven für karge Zeiten zu haben. Das hindert nicht nur am Abnehmen, die unzureichende Energieversorgung kann auch gesundheitsschädlich werden.

Auch wer zu wenig isst, kann nicht abnehmen.  Christin Klose/dpa

Nicht abnehmen trotz Diät? Sie belügen sich selbst!

Hand aufs Herz: Wie streng halten Sie eigentlich Diät? Tagsüber reißen Sie sich zusammen. Vielleicht schreiben Sie sogar auf, was Sie zum Frühstück, Mittag und Abendbrot essen. Aber die fünf Chips am Abend zum Glas Cola sind doch nicht so schlimm? Doch! Sind sie. Bei Ihnen und Ihren Notizen fallen sie vielleicht hinten runter. Aber Achtung: Läppische 100 Gramm Chips haben 530 Kilokalorien. Ein 0,3 Liter Glas Cola bringt es auf knapp 140 Kalorien. Wir müssen Ihnen nicht erklären, dass das zusammen einer vollwertigen Mahlzeit entspricht – aber eben nur bei der Kalorienaufnahme.

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Nicht abnehmen trotz Diät? Sie haben zu viel Stress!

Wer Stress hat, dessen Körper produziert Cortisol. Und Cortisol hat das Zeug zum Dickmacher: Es hemmt den Fettabbau. Das Problem beim Cortisol ist dabei vielfältig. Es unterbricht den Aufbau von Proteinen im Körper und zieht Proteine gleichzeitig noch aus den Muskeln und wandelt sie in Glukose (Zucker) um. Und jetzt wundern Sie sich noch, warum das mit dem Abnehmen nichts wird.

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Sie unterschätzen den Blick in den Spiegel

Sie können alle anderen Gründe ausschließen, die wir Ihnen bis jetzt geliefert haben? Und trotzdem rührt sich auf der Waage nichts, obwohl Sie streng Diät halten und dabei sogar mehr Sport als früher treiben? Dann tauschen Sie doch mal den Blick auf die Wage gegen einen Blick in den Spiegel. Denn: Muskeln sind schwerer als Fett. Vielleicht haben Sie bereits ordentlich abgenommen, sehen viel definierter aus als noch vor etlichen Wochen. Wer es noch genauer wissen will, nimmt ein Maßband zu Hilfe. Wer sich – statt sich zu wiegen – regemäßig an Oberarmen, Oberschenkeln, Bauch und Hüfte ausmisst, wird schnell feststellen, ob er abgenommen hat oder eben wirklich nicht.