Es soll bis zu 600 verschiedene Nudelformen geben – da findet sicher jeder seine Lieblingssorte. Foto: imago images/Panthermedia

Man muss Feste feiern, wie sie eben fallen. Deshalb lassen wir heute die Nudel hochleben: Es ist Nudel-Tag! Und weil uns die mal schmalen, mal langen, mal dicken und mal dünnen Teigwaren nicht nur in der Corona-Zeit so manche Mahlzeit gerettet haben, wird es Zeit, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Der KURIER verrät sieben Dinge, die Sie sicher noch nicht wussten über die Nudel.

Spaghetti zweiteilen geht nicht

Zu lang für den Topf? Dann brechen Sie die Spaghetti doch einfach durch. Fällt Ihnen etwas auf? Wenn man eine Spaghetti so weit biegt, dass sie zerbricht, entstehen niemals nur zwei Bruchstücke. Es sind immer mindestens drei. Der Grund war lange ein physikalisches Rätsel. Dessen Lösung verraten wir Ihnen hier für die nächste Schlaumeier-Runde: Wird eine Spaghetti immer weiter gedehnt, so steigt die mechanische Spannung kontinuierlich an. Wenn dann die Nudel an einer Stelle bricht, wird die mechanische Spannungsenergie schlagartig in Schwingungsenergie umgewandelt. Jetzt rasen also so starke Vibrationen durch die längliche Nudel und dehnen sie an mehreren Stellen so heftig, dass sich weitere Bruchstellen bilden.

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Nudelwasser nicht wegschütten

Das Wasser vom Kochen der Nudeln sollte man nicht achtlos in den Ausguss schütten. Besser: Nutzen Sie es sinnvoll. Zum Beispiel als Dünger für Ihre Gemüsebete oder Balkonkästen. Wertvolle Minerale im Nudelwasser helfen den Pflanzen beim Wachsen. Alternative für Menschen ohne grünen Daumen: Pflegen Sie Ihre Haare mit dem Nudelwasser. Einfach über den Kopf schütten – die Haare müssen komplett durchnässt sein –, zehn Minuten einwirken lassen und mit klarem Wasser ausspülen. Danach glänzen die Haare wie nach einer Behandlung mit einer teuren Haarkur. Wichtig bei beiden Nudelwasser-Ideen: Lassen Sie das Wasser vor der Weiterverwendung abkühlen!

Wozu dient das Loch in der Nudelkelle?

Sie hängen Ihren Nudel-Löffel mit dem Loch an einen Haken, damit Sie Ihn immer griffbereit haben. Super! Aber das Loch hat noch eine ganz andere nützliche Funktion. Vor allem für Spaghetti-Liebhaber. Denn mit ihm kann man genau eine Portion abmessen – so viele Spaghetti durch das Loch passen, so viele sind eine Portion für einen Erwachsenen.

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Der Name verrät die Form

Sie sitzen im Restaurant und wissen nicht, welche Sorte sich hinter den angepriesenen Nudeln versteckt? „Tortellini“ sind die beliebten kleinen Teigtaschen mit Füllung. Wer aber „Tortelloni“ bestellt, der bekommt zwar weniger Teigtaschen, dafür deutlich dickere und größere. Wer sich das merkt, ist auch bei anderen Nudelsorten gewappnet. Endet der Name auf „-ini“ oder „-ine“ ist die Sorte dünn, endet er auf „-oni“, ist sie dick. Bei „-ette“ ist die Form schmal, bei „-elle“ breit, „rigate“ sind geriffelt. Noch ein Beispiel: Tagliatelle sind breite Bandnudeln, Makkaroni die dicken Röhrennudeln. Übrigens: Es soll bis zu 600 verschiedene Nudelformen geben – da findet sicher jeder seine Lieblingssorte.

Nudeln machen müde

Kein Scherz: Die berühmte Bettschwere nach dem Mittagessen bildet man sich zumindest nach einer üppigen Portion Nudeln nicht ein. Nach einer opulenten Mahlzeit ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt. Daher werden die Verdauungsorgane besonders gut durchblutet. Andere Organe müssen dafür etwas kürzer treten und werden weniger stark durchblutet. Außerdem: Viele Kohlenhydrate in Nudeln lassen den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen, der Körper reagiert, meist kommt man sogar in eine leicht Unterzuckerung. Da das Gehirn Zucker zum Arbeiten braucht, läuft es auf Sparflamme, erklärt Christof Meinhold von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

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Wenn Nudeln kleben, sind sie al dente?

Dieser Mythos ist falsch. Pasta, die an der Wand kleben bleibt, kann von außen zwar weich, im Inneren jedoch immer noch hart sein. Nur, weil Nudeln an der Wand kleben bleiben, sind sie also trotzdem noch lange nicht al dente. Besser: Halten Sie sich an die Vorgaben auf der Verpackung – und wie immer geht probieren über studieren.

Spagetti-Klumpen statt Nudelfreuden: Das hilft

Das hat wohl jeder schon einmal erlebt: Statt einzelner Nudeln bleibt nach dem Abgießen des Kochwassers nur ein unappetitlicher Haufen übrig. Die Nudeln kleben aneinander. Der Grund: Zu wenig Wasser beim Kochen. Als Faustregel gilt: Pro 100 Gramm Nudeln brauchen Sie einen Liter Wasser. Das heißt also, Sie benötigen fünf Liter gesalzenes Wasser für eine normale Packung Spaghetti. Übrigens: Wer Öl mit in das Kochwasser gibt, verhindert das Zusammenkleben zwar auch bei weniger Wasser, leider haftet dann aber auch die Soße nicht mehr an den Nudeln. Und das wäre ja wirklich schade.