Vor dem Genuss sollten die Weintrauben gründlich abgewaschen werden.  Christin Klose/dpa

Im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen – überall sind sie gerade zu haben: Tafeltrauben. Ihr süßer Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe machen die saftigen Früchtchen zu einem idealen Snack für zwischendurch.

Also gründlich waschen und ran ans Naschen. Ein süßer Geschmack breitet sich im Mund aus. Doch warum riechen die Hände manchmal so unangenehm? Das liegt dann am Schwefel, der auf den Trauben liegt und so ihre Haltbarkeit verbessert. Zum Glück schmeckt man den nicht.

Warum liegt Schwefel auf dem Weintrauben?

Tafeltrauben gelten als überaus empfindliches Obst. Um beim konventionellen Anbau ihre weichen Schalen vor Wettereinflüssen, aber auch vor Pilzen und Bakterien zu schützen, kommen Pestizide – darunter Schwefel – zum Einsatz. Trauben zählen zu den Obstsorten, die immer wieder wegen Spuren von mehreren Pflanzenschutzmitteln in Proben auffallen. Solange dabei die Grenzwerte eingehalten werden, ist aber meist alles im grünen Bereich.

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„Allerdings sind die Wechselwirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit noch nicht bis ins letzte Detail geklärt“, sagt Prof. Johannes Georg Wechsler aus München, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).

Ihm zufolge geht man bislang davon aus, dass bei Schwefel ein Gramm auf einem Kilogramm Trauben zumeist als gesundheitlich unbedenklich gilt. Allenfalls könnte der Schwefel bei empfindlichen Personen zu Allergien oder auch Asthmaanfällen führen.

Trotz allem gehören Trauben laut Bundeszentrum für Ernährung (BZFE) neben Äpfeln und Bananen zum beliebtesten Obst der Deutschen. Demnach nimmt jeder und jede Deutsche mehr als fünf Kilogramm Tafeltrauben pro Jahr zu sich.

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Weintrauben: Mehr als nur Vitamine

Die Beeren enthalten Ballaststoffe und Fruchtsäuren, die dafür sorgen, dass der Darm auf Trab kommt. „Die Früchte punkten zudem mit vielen Vitaminen, aber auch mit B-Vitaminen wie etwa Folat“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Daneben sind sie reich an Kalium. Auch Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen kommen in Tafeltrauben vor.

Tafeltrauben haben gerade Saison. Sie punkten mit ihren Inhaltsstoffen und dem saftig-süßen Geschmack.
imago/Rupert Oberhäuser

Dunkelblau, rötlich, gelblich oder hellgrün: Die Farbe der Trauben gibt nicht nur Rückschluss auf ihren Geschmack. „Rötliche und blaue Trauben sind eindeutig gesünder“, erklärt Wechsler. Sie enthielten im Vergleich zu hellen Trauben einen höheren Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, die im Körper etwa entzündungshemmend wirken.

Die „Kernfrage“ bei Weintrauben

Es macht auch einen Unterschied, ob man Trauben mit oder ohne Kerne isst. „Für gesunde Menschen empfehle ich, Trauben mit Kernen zu essen“, sagt Ernährungsexpertin Gahl, „da gerade die enthaltenen Gerb- und Ballaststoffe eine verdauungsfördernde Wirkung entfalten.“ Bei bestimmten Darmerkrankungen sei es aber ratsam, Trauben ohne Kerne zu essen. Im Zweifelsfall sollte man die Hausärztin oder den Hausarzt fragen, was die bessere Wahl ist.

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Ihr hoher Gehalt an Frucht- und Traubenzucker macht Trauben darüber hinaus zu tollen Energielieferanten für den Körper.

Vor dem Genuss gilt aber immer: „Die Trauben gründlichst waschen, und zwar unter fließendem Wasser, das warm ist“, sagt Ernährungsmediziner Wechsler. Mit dem gründlichen Waschen verflüchtigt sich auch der Schwefelgeruch – und die Finger müffeln weniger.