Sind braune Eier wirklich gesünder als weiße? IMAGO/YAY Images

Eier sind schlecht für das Cholesterin, Rohkost ist immer gesund, frisches Brot macht Bauchschmerzen... Stimmt das alles? Oder sind es doch nur Mythen? Es gibt wirklich so viele Ernährungsirrtümer. Wir enttarnen weitere Dauerbrenner aus der Gerüchteküche.

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Wer zu viele Eier isst,  erhöht den Cholesterinspiegel

Aktuelle Studien legen nahe, dass diese Annahme falsch ist.

Cholesterin ist ein wichtiger Baustoff des Körpers. Herz und Gehirn bestehen zu einem großen Anteil aus dieser Substanz. Deshalb muss der Körper es zum Überleben selber herstellen. Das tut er in Mengen von 1000 bis 1500 Milligramm pro Tag.

Durch Nahrung nehmen wir darüber hinaus 100 bis 300 Milligramm pro Tag auf. Ein Hühnerei enthält wirklich viel Cholesterin - 200 Milligramm. Zu 30 bis 60 Prozent wird das vom Körper aufgenommen. Das Maximum für die Aufnahme durch Nahrung liegt bei 500 Milligramm pro Tag.

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Studien zeigen, dass der Körper auf das Zuführen von Cholesterin durch Nahrung reagiert und die köpereigene Produktion drosselt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen scheinen zu bestätigen, dass diese Regulation annähernd perfekt funktioniert. Das hat demnach zur Folge, dass der Cholesterinspiegel im Blut fast konstant bleibt – völlig unabhängig davon, wie viel wir über Nahrung aufnehmen.

Rohkost ist immer am gesündesten

Vorweg: Es ist gesund und sinnvoll, regelmäßig Rohkost zu essen. Denn bei längerem Erhitzen gehen große Teile der hitzeempfindlichen Vitamine verloren. Darunter sind B1, B6, Folsäure und Vitamin C.

Andererseits gibt es aber auch wertvolle Stoffe, die der Körper erst nach Erhitzen wirklich gut verwerten kann. Ein Beispiel sind Carotinoide aus Möhren und Tomaten. Es gibt sogar Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte, die roh für uns gar nicht genießbar sind.

Eier, Fleisch und Fisch können in roher Form gesundheitsgefährdende Keime enthalten, die erst beim Garen sicher abgetötet werden.

Roh ist also nicht immer die gesunde Variante. Wie so oft ist das ein ausgewogener Mix aus gekochtem Essen mit rohen Bestandteilen.

Macht frisches Brot wirklich Bauchschmerzen? imago/Rüdiger Wölk

Frisches Brot macht Bauchschmerzen

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dieser Mythos als „pädagogisches Gerücht“ entstanden. Als Lebensmittel noch knapp waren, sollte natürlich der alte Brotlaib zunächst aufgegessen werden. Also erzählte man vor allem den Kindern, dass das frische Brot noch köstlich duftende Brot schlimme Bauchschmerzen verursacht.

Die Behauptung hat sich dann verselbständigt und bis heute gehalten. Die Wahrheit ist: Nur bei extrem empfindlichen Menschen kann sehr frisches Brot zu Blähungen führen – bei Verzehr von großen Mengen!

Übrigens: Auch der weitverbreitete Glaube „Je dunkler die Farbe des Teigs, desto gesünder das Brot“ ist so verallgemeinert Blödsinn. Oft wird das Mehl nämlich einfach nur mit dunklem Malz eingefärbt, um wie Vollkorn zu wirken. Aber nur echtes „Vollkorn“ ist auch wirklich gesünder.

Braune Eier sind gesünder als weiße

Die Farbe des Eis sagt nichts über dessen Qualität aus. Die Farbe der Schale ist einzig und allein abhängig von der Rasse der Henne. Im Grunde gilt: Braunes Huhn gleich braunes Ei.

Tatsächlich gab es bis vor einigen Jahren eine Tendenz, dass weiße Hühner (mit weißen Eiern) eher in Legebatterien gehalten wurden und braune (mit braunen Eiern) eher als Biohühner aufwachsen durften. Doch das ist längst vorbei. Die Faustregel gilt nicht mehr.

Achten Sie also besser auf die Infos, auch zur Herkunft des Eis, die heute auf der Verpackung stehen müssen.

Ist die Ananas eine Fettverbrenner? IMAGO/YAY Images

Ananas ist ein natürlicher Fatburner

Der Mythos vom Fettverbrenner Ananas hält sich hartnäckig. Dem in der Frucht enthaltenen eiweiß-(!)spaltenden Enzym Bromelin wird eine fettverbrennende Wirkung nachgesagt.

Nur warum sollte eine Eiweißspaltung den Fettabbau beeinflussen? Aber selbst diese Frage können wir beiseite lassen. Denn: Enzyme  werden ohnehin komplett von der Magensäure zerlegt. Damit verlieren sie dann ganz sicher auch ihre - was auch immer - spaltende Wirkung.