Zubereitung in einer Mikrowelle: Fertiggerichte sind meist darauf abgestimmt, aber es geht auch ohne die Geräte.
Zubereitung in einer Mikrowelle: Fertiggerichte sind meist darauf abgestimmt, aber es geht auch ohne die Geräte. imago

Braucht man eigentlich eine Mikrowelle zuhause? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche halten die Geräte für praktisch, wenn es schnell gehen muss. Andere sorgen sich um mögliche Gesundheitsschäden oder bezweifeln, ob aus der Röhre genießbares Essen herauskommt. Seit den 70er Jahren wurden Mikrowellen-Öfen in den USA so populär, dass dort im Jahre 1997 sage und schreibe 95 Prozent aller Haushalte mit so einem Gerät ausgestattet waren.

In der DDR exotische Luxusgüter, später stand die Mikrowelle in drei von vier Haushalten

In Deutschland dauerte die Verbreitung wesentlich länger. In den allerwenigsten DDR-Haushalten fanden sich Microwellengeräte, während diese in Westdeutschland bereits zu erschwinglichen Preisen in Elektrofachmärkten zu haben waren. Nach der Wende verbreiteten sie sich in ganz Deutschland, so dass im Jahre 2016 laut statistischem Bundesamt 74 Prozent aller Haushalte damit ausgerüstet waren.

Die Lebensmittelindustrie hat sich darauf eingestellt: Fertiggerichte sind meist für die Zubereitung in einem Mikrowellenofen optimiert, die Verpackung auf die schnelle Zubereitung mit intensiver Wärmeenergie abgestimmt. Dennoch kommt etwas anderes dabei heraus, wenn beispielsweise eine tiefgekühlte Lasagne in einer Microwelle oder in einem Ofen mit Oberhitze oder Heißluft zubereitet wird. Bei anderen Gerichten ist eine Zubereitung im Topf oder im herkömmlichen Ofen gar nicht mehr vorgesehen.

Fertiggerichte aus der Kühltheke sind bereits vorgekocht, die Verpackung ist speziell auf die Mikrowelle abgestimmt

Was ist eigentlich, wenn ich so ein lecker aussehendes Fertiggericht, etwas eine Paella oder eine Nudelpfanne kaufe und überhaupt keine Mikrowelle besitze: War das ein Fehlkauf, muss ich das Gericht unzubereitet wieder entsorgen?

Die kurze Antwort lautet: auf keinen Fall. Die längere geht so: Derartige Fertiggerichte aus der Kühltruhe, oft preiswert und praktisch für eine Portion abgepackt, sind bereits vorgekocht, so dass die Zubereitung nur wenige Minuten dauert. Die Konsistenz der Zutaten ist so, dass Gemüse bei einer längeren Zubereitung zerkochen würde. Die meist geschlossene Verpackung sorgt dafür, dass ein genau abgestimmter Grad an natürlicher Feuchtigkeit nicht entweicht.

Dennoch ist es möglich, Mikrowellen-Gerichte auch auf dem Herd oder im Ofen zuzubereiten. Dafür ist es nötig, das Gericht aus der Plastikverpackung umzufüllen, entweder in eine Pfanne oder in ein passendes Backofen-Gefäß. Wichtig ist, dass dieses mit einem Deckel oder Alufolie abgedeckt wird, so dass so wenig wie möglich Feuchtigkeit entweicht. In einem Heißluftofen kann ein Mikrowellen-Gericht so unbeschadet bei etwa 150 Grad zubereitet werden. Die Zubereitungszeit verlängert sich in etwa um die Hälfte der Zeit, also etwa 10 Minuten statt 6-7 Minuten in der Mikrowelle. In der Pfanne gilt ähnliches: nicht scharf anbraten, aber bei großer Hitze erwärmen. Häufig enthalten Fertiggerichte bereits genug Fett, so dass kein zusätzliches Öl nötig ist.