Dass Alkohol ein Massenmörder ist, dürfte den meisten noch bewusst sein. Aber spätestens beim fünften krassen Alkohol-Fakt dürften auch Sie erschrocken aufhorchen. imago/Panthermedia

Kneipen haben wieder geöffnet. Die Feier-Laune kommt zurück. Da ist das eine oder andere Gläschen Alkohol auch nicht weit. Aber wissen Sie eigentlich, was schneller besoffen macht: Bier, Wein oder Schnaps? Oder wie viel Alkohol in Lebensmitteln steckt, die Sie bedenkenlos Ihren Kindern geben? Und hätten Sie gewusst, dass Alkohol für Säuglinge schädlich ist, auch wenn Papa ihn trinkt? Bevor Sie zum nächsten Glas greifen, lesen Sie doch mal diese zehn krassen Fakten.

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Alkohol war schon vor 4000 Jahren unsexy

Seien wir doch mal ehrlich: Es gibt nicht viel, was einen noch unattraktiver macht, als ein ordentlicher Schwips. Wenn der Partner mit Alkoholfahne lallend neben einem steht, ist das doch reichlich unsexy. Bereits die alten Ägypter waren sich bewusst, dass Alkohol nicht nur eine berauschende, sondern auch eine abstoßende Wirkung hat. In der „Rede an den Studenten Chanu“ des Philosophen Ani, die aus der Zeit um 2000 v. Chr. stammt, heißt es: „Du verlässt die Bücher. Du gibst dich dem Vergnügen hin, gehst von Kneipe zu Kneipe – der Biergeruch allabendlich, der Biergeruch verscheucht die Menschen (von dir).“

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Alkohol macht schön

Moment mal, wurde nicht eben das Gegenteil behauptet? Alkohol macht unsexy? Das gilt aber nicht, wenn man ihn nicht trinkt. Denn in Kosmetik hat Alkohol durchaus auch eine positive Wirkung. Wichtig zu wissen: Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Zur Gruppe der „guten“ Alkohole gehören die sogenannten Fettalkohole und Wachsalkohole. Fettalkohole trocknen die Haut nicht aus und irritieren sie nicht. Ganz im Gegenteil: Sie unterstützen die Hautbarriere und helfen dabei, Feuchtigkeit zu speichern. Fettalkohole fungieren deshalb oft als Creme-Grundlage.

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Spirituosen in einer Bar eines Kölner Hotels. imago images/Future Image

Alkohol in Essen? Der verkocht nicht gänzlich!

Wie ist es nun mit unserer Suppe? Oder dem Wein in der Soße? Einmal aufkochen und die Aromen der Zutat bleiben erhalten, der Alkohol aber löst sich dann sowieso in Luft auf? Nicht ganz! Wein, den man kurz vor dem Servieren zum Abschmecken in die Soße oder Suppe gibt, behält danach sogar noch rund 85 Prozent seines Alkohols. Nach 30 Minuten köcheln sind noch 35 Prozent nachweisbar und selbst Wein im Schmorbraten, der 90 Minuten lang kochte, enthält noch 20 Prozent des ursprünglichen Alkoholgehalts. Da der Alkohol im Essen aber nur einen Bruchteil der Gesamtmenge ausmacht, darf die Panik vor dem Kater nach einer guten Rotweinsoße aber getrost zurückgeschraubt werden. Eine Ausnahme gibt es aber wirklich: Sitzen Kinder mit am Tisch oder trockene Alkoholiker, findet man für Suppe und Soße eine Alternative zum Bier, Schnaps oder Wein.

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Alkohol in Lebensmitteln für Kinder

In vielen Lebensmitteln, die wir tagtäglich zu uns nehmen, steckt Alkohol. In Deutschland muss der Gehalt in Nahrungsmitteln nämlich erst ab 1,2 Prozent gekennzeichnet sein. Was viele nicht wissen: Auch sehr reife Bananen bringen es auf 0,6 Prozent Alkoholgehalt. Zum Vergleich: Der Alkoholgehalt eines kleinen Bieres entspricht etwa fünf mittelgroßen, überreifen Bananen. Beim Sauerkraut gehen die Werte sogar in Richtung 2 Prozent Alkohol. Wussten Sie, dass Apfel- oder Traubensaft, den Kinder so gern trinken, geringe Mengen Alkohol enthalten? Zwischen 0,3 und 1 Volumenprozent – weil die Früchte vor dem Pressen gären.

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Alkohol ist für Säuglinge tödlich – auch wenn Papa ihn trinkt

Dass Alkohol trinkende Mütter ihren ungeborenen Babys im Mutterleib schaden, ist mittlerweile jedem bewusst – auch wenn sich tragischerweise noch längst nicht alle Schwangeren an die Null-Promille-Regel halten. Viel schlimmer ist aber, was viele nicht wissen: Auch Säuglingen schadet Alkohol, selbst wenn er nicht von der stillenden Mutter getrunken wird. Der plötzliche Kindstod, der vor allem Babys im ersten halben Lebensjahr betrifft, wird oft in Zusammenhang mit alkoholisierten Eltern gebracht. Denkbar ist, dass Mama und Papa im angetrunkenen Zustand die sonst eingehaltenen Vorsichtsmaßnahmen, etwa das Vermeiden einer Bauchlage der Kinder, nicht einhalten. Schläft das Baby zudem im Elternbett, ist das Risiko, von einem Erwachsenen, der angetrunken ist, überrollt zu werden, deutlich erhöht. Laut einer amerikanischen Studie sterben an Neujahrstagen 33 Prozent mehr Säuglinge den plötzlichen Kindstod.

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Alkohol ist ein Massenmörder

Bleiben wir mal nur in Deutschland: Allein hierzulande sterben allein 74.000 Menschen jährlich wegen Alkoholkonsums, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium. Alkohol ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für zahlreiche chronische Erkrankungen – Krebs, Erkrankungen der Leber und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unzählige tödliche Unfälle würden ohne Alkoholeinfluss nicht passieren.

Diese Zahlen über Alkohol sollten Sie kennen:

  • 6,7 Millionen Menschen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung in Deutschland konsumieren laut Bundesgesundheitsministerium Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.
  • Etwa 1,6 Millionen Menschen dieser Altersgruppe gelten als alkoholabhängig.
  • 74.000 Todesfälle jährlich sind bedingt durch Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol.
  • 131,3 Liter Alkohol trinkt jeder Deutscher im Jahr – durchschnittlich natürlich. Das entspricht in etwa einer knapp vollen Badewanne an Bier, Wein, Schaumwein und Spirituosen.
  • Auf 40 Milliarden Euro werden die direkten und indirekten Kosten alkoholbedingter Krankheiten pro Jahr geschätzt.
  • 13.343 Alkoholunfälle mit Personenschaden ereigneten sich im Jahr 2017. Insgesamt starben 231 Menschen durch Alkoholunfälle.
  • 30,5% der Tatverdächtigen der Straftatengruppe Totschlag und Tötung auf Verlangen standen im Jahr 2017 unter Alkoholeinfluss.
  • 30 Prozent billiger ist Alkohol innerhalb der letzten 40 Jahre im Vergleich zur sonstigen Lebenshaltung in Deutschland geworden.
  • 300 Kalorien stecken in einem Glas (0,3l) Caipirinha. So viel haben auch 100 g in Öl frittierte Pommes Frites oder 850 g Erdbeeren.
  • 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Familien mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil auf. Damit ist jedes sechste Kind in Deutschland betroffen.
Alkohol ist für Säuglinge und Kleinkinder auch gefährlich, wenn Väter ihn trinken. imago images/photothek

Alkohol ist Doping

Zwar hat die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zum 1. Januar 2018 Alkohol von der Verbotsliste gestrichen. Erlaubt ist Alkohol in vielen Sportarten aber trotzdem nicht, weil die Verbände das letzte Wort haben. In Sportarten, wo eine sympathische Erregung (Nervosität) zu Leistungseinbußen führen kann, also z.B. beim Schießen oder Moderner Fünfkampf und Biathlon, kann durch geringe Mengen an Alkohol bei einem nervösen Sportler die Leistung positiv beeinflusst werden. In diesen Sportarten bleibt Alkohol im Wettkampf verboten.

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Alkohol ist in nur sechs Minuten im Gehirn angekommen

Kaum getrunken, schon im Gehirn. So schnell kann’s gehen: Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Alkohol nur sechs Minuten braucht, ehe er die Gehirnzellen verändert. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg haben dazu geforscht und fanden heraus, „dass das Gehirn umschaltet und statt Glukose ein Abbauprodukt des Alkohols zur Energiegewinnung nutzt“. Zwischen Männern und Frauen gibt es übrigens keinen Unterschied in der Alkoholwirkung auf das Gehirn.

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Alkohol macht schneller besoffen, wenn er Kohlensäure enthält

Auch wenn sich der bunte Mix wie Limo trinkt, enthalten Alkopops eine Menge Alkohol. Sie sind mit Hochprozentigem wie Wodka, Whiskey oder Rum versetzt. In einer 0,3-Liter-Flasche stecken in der Regel knapp sechs Prozent Alkohol. Das entspricht etwa dem Gehalt von zwei Gläsern Schnaps. Dazu kommt: Kohlensäure regt die Durchblutung an, das beschleunigt die Alkoholaufnahme und -wirkung. Dasselbe gilt auch für Zucker. Aufpassen ist angesagt: Alkopops sind keine Brause – auch wenn sie so schmecken.

Ein Bier enthält mehr Alkohol als ein Schnaps

Tatsächlich sind in einer Spirituose (bei 32 Prozentvolumen) auf zwei Zentiliter etwa 5,1 Gramm Alkohol und 37 Kilokalorien enthalten. Zum Vergleich: Ein Bier in der üblichen 0,3-Liter-Größe fällt mit 11,5 Gramm Alkohol und 135 Kilokalorien schon deutlich stärker ins Gewicht. Bei einem Glas Wein (0,2 Liter) sind es sogar 17,6 Gramm Alkohol und 143 Kilokalorien.