Honig ist lecker, aber ist er auch die bessere Alternative zu Zucker?
Honig ist lecker, aber ist er auch die bessere Alternative zu Zucker? Imago/Imagebroker

Zucker ist für viele Menschen ein notwendiges Übel: Der süße Geschmack spricht absolut für die kleinen Kristalle, doch jeder weiß auch, dass sie nicht sonderlich gesund sind und lieber nur in Maßen genossen werden sollten. Immer mehr Menschen versuchen, sich zuckerärmer zu ernähren. Gründe dafür gibt es genug: Zucker kann zu Übergewicht führen, und kann Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislaufstörungen, Gefäß-, Nieren- und Nervenschäden verursachen. Zudem wird ihm eine verstärkende Wirkung bei entzündlichen Hautkrankheiten nachgesagt.

In einem ersten Schritt greifen dann viele Menschen bei der Zuckervermeidung zu Honig. Der hat einen deutlich besseren Ruf. Als Zucker. Schließlich wird er auf natürliche Weise von Bienen hergestellt, möchte man denken. Doch was ist dran an der Vermutung? Leider gar nicht so viel.

Zucker und Honig: Beides ist Saccharose

Denn wie der in Deutschland am meisten verbreitete Zucker aus Rüben, oder der vor allem in tropischen Regionen gewonnene aus Zuckerrohr, sind chemisch betrachtet Saccharose, die im Körper in Glucose und Fructose umgewandelt wird. Das Problem: Auch Honig besteht zu einem Großteil aus Saccharose, auch wenn in Spuren noch andere Inhaltsstoffe wie Mineralien, Proteine und Enzyme im Honig sind. In den meisten Honig-Sorten kommen diese aber nur in sehr kleinen Dosen vor.

Das bedeutet: Für unseren Körper ist Honig quasi nichts anderes als gewöhnlicher Rohr- oder Rübenzucker - und zwar mit allen ungewünschten Begleiterscheinungen.

Laut dem Bundeszentrum für Ernährung, einer Behörde des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, hat Honig also den gleichen Effekt auf den Blutzuckerspiegel wie der Zucker, den man eigentlich gerne weglassen würde. Gleiches gilt übrigens auch für das beliebte Süßungsmittel Ahornsirup und mit leichten Abstrichen auch bei Agavendicksaft.

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WHO: Honig und Co. auch als Zucker werten

Grundsätzlich rät die Weltgesundheitsorganisation dazu, zumindest was die Aufnahme von Zucker angeht, nicht zu sehr zwischen Haushaltszucker, Fruchtzucker, Honig, Sirupen oder Fruchtsaftkonzentraten zu unterscheiden und nicht zu viel davon zu sich zu nehmen.

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Geschmacklich und von der Konsistenz haben die verschiedenen Zuckerarten natürlich trotzdem einen Unterschied. Und so haben sie alle ihre Berechtigung - nur eben nicht im Rahmen einer zuckerfreien Ernährung.