Nudelgerichte eignen sich nicht zum Abnehmen? Mit einem Trick schon. Foto: Imago/Cavan Images

Nudeln sind einfach so unfassbar lecker. Spaghetti mit Tomatensoße, Penne mit Pesto oder Rigatoni mit einer fleischigen oder vegetarischen Bolognese. Doch so vielfältig die Möglichkeiten im Pasta-Bereich auch sind: So richtig kaloriensparend ist keine von ihnen. Doch es gibt einen Trick, mit dem trotz Nudelgenuss einige Kalorien eingespart werden können. Alles was Sie dafür brauchen, ist Zeit.

Denn Nudeln, die nach dem Kochen erst mal mindestens zwölf Stunden abkühlen, enthalten nicht mehr so viele Kalorien, als wenn sie frisch aus dem Topf kommen. Grund dafür ist die Stärke, die in Pasta, aber eben auch in Reis, Kartoffeln und Brot enthalten ist. Werden die Nudeln also direkt nach dem Kochen verzehrt, wird die Stärke bei der Verdauung durch Enzyme aufgespalten. Dabei entsteht Glucose, die vom Dünndarm direkt in den Blutkreislauf gelangt. Glucose ist zwar ein wichtiger Energielieferant für den Körper, bei einem zu hohen Konsum sammelt sich der Überschuss aber in der Leber und wird dort zu Fett!

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Doch das Abkühlen verändert sich die Struktur eines Teils der in den Lebensmitteln enthaltenen Stärke. Sie wird zu sogenannter resistenter Stärke. Die zählt zu den Ballaststoffen und kann nicht so einfach von Enzymen aufgespalten werden. Dadurch passiert sie den Dünndarm weitgehend unverdaut. „Resistente Stärke“ wird dadurch nicht so leicht zu Fett umgewandelt. Der Kaloriengehalt ist mit 2 Kilokalorien pro Gramm laut Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern nur halb so hoch wie bei verwertbaren Kohlenhydraten. 

Kalt essen müssen Sie die Nudeln übrigens nicht. Die resistente Stärke wird, wenn Sie die Nudeln wieder aufwärmen oder durch eine heiße Soße ziehen, nicht wieder in herkömmliche Stärke verwandelt. Die Rezepte müssten für diesen Trick daher nicht umgestellt werden. Es bedarf lediglich einer gewissen Vorbereitung.

Angenehmer Nebeneffekt des Kalorienspar-Tricks: Wie alle Ballaststoffe gelangt auch die resistente Stärke unverdaut in den Dickdarm. Dort nehmen sich die Darmbakterien der Stärke an. Bei den Aufspaltungsprozessen entstehen Nebenprodukte, die unsere Darmflora stärken.

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Eine Umstellung auf eine ballaststoffreichere Ernährung sollte laut der Verbraucherzentrale allerdings langsam und schrittweise erfolgen. Sonst kann es zu ungewünschten Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen oder Blähungen kommen. Zudem weist sie darauf hin, dass es zwar eine Einsparung an Kalorien gebe, diese sich jedoch in Grenzen halte. Und auch die Krankenkasse DAK schreibt auf ihrer Website: „Um wirklich abzunehmen, müssen die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten insgesamt geändert werden.“ Ein Baustein in der Gesamtstrategie kann das Nudelkühlen aber durchaus sein.