Ostereier in einem Körbchen: Im Eigelb schlummert Cholesterin, das für viele Gefäßerkrankungen verantwortlich ist. dpa/Christin Klose

Viele haben die Kilos vom Weihnachtsschmaus noch nicht abtrainiert, auch der Corona-Speck vom Homeoffice polstert viele Hüften. Kaum hat der Frühling begonnen, ist auch schon das nächste Familienfest da, das zwar vielen Freude, aber auch gesundheitliche Risiken beschert. Die Rede ist von Gefäßerkrankungen: Sie sind die Ursache für die häufigsten Todesfälle nicht nur in Deutschland, sondern allen Industrieländern.

Ärzte sprechen von der „stillen Gefahr“: Denn die meisten Leute, die unter Gefäßerkrankungen leiden, merken lange nichts von den Risiken, die irgendwann lebensbedrohend werden können. Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes: Den Erkrankungen geht häufig eine einseitige Ernährung voraus, die aber durchaus gesunde Lebensmittel beinhalten kann. Die Menge macht es, und das gilt auch an Ostern.

Eier beinhalten besonders hochwertiges Eiweiß, aber auch viel Fett mit Cholesterin

Die sprichwörtlichen Eier im Osternest sind zunächst keine krankmachenden Lebensmittel, im Gegenteil: Ernährungsphysiologisch beinhalten sie besonders hochwertiges Eiweiß. Auch im Dotter befindet sich viel Eiweiß, aber mit 32 Prozent doppelt so viel Fett. Und hier steckt das Problem, das den Namen Cholesterin trägt. Wer viel Fleisch, fetten Käse und eben Eier zu sich nimmt, hat leicht einen erhöhten Cholesterinspiegel, der ein Warnsignal für drohende Gefäßerkrankungen ist.

Wer also bereits vorbelastet ist, sollte achtgeben, wenn zu Ostern mehr als nur ein sonntägliches Frühstücksei verputzt wird. Dasselbe gilt für die Käseplatte, Zucker oder den Osterbraten: Auch zu Ostern sollten auf dem Teller vor allem Gemüse und Vollkornprodukte landen.

Die Ernährung ist allerdings nur ein Faktor, auch andere Aspekte beeinflussen die Cholesterinwerte: Übergewicht, Rauchen und wenig Bewegung erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, ebenfalls. Daneben gibt es vererbbare Erkrankungen. Dann reicht ein Verzicht auf Eier keinesfalls aus. Oftmals kann eine Veränderung von Lebens- und Ernährungsgewohnheiten die Werte positiv beeinflussen. Reicht das nicht, können Medikamente wie sogenannte Statine angezeigt sein, die die körpereigene Cholesterinproduktion hemmen.

Auch junge und fitte Menschen können schlechte Werte haben

Wichtig sind bei den im Blut gemessenen Cholesterinwerten das LDL-Cholesterin und Blutfette wie Triglyceride. Welche Grenzwerte gesund oder sinnvoll sind, richtet sich nach Vorerkrankungen und persönlichen Risikofaktoren. Hier sind Arzt oder Ärztin die richtigen Ansprechpartner.

Auch wenn man sich eigentlich fit fühlt und sogar schlank ist: Zu hohe Cholesterinwerte sind grundsätzlich eine Gesundheitsgefahr. Gibt es in der eigenen Familie gehäuft solche Erkrankungen, sollten auch junge Menschen ihre Cholesterinwerte regelmäßig kontrollieren lassen.

Und was kann man an Ostern stattdessen naschen? Nüsse oder ein bisschen Zartbitterschokolade seien auf jeden Fall besser als Hühner- oder Nougateier, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.