Bratwürste sind das beliebteste Grillgut der Deutschen.   Imago/Panthermedia

Es wird warm, die Grill-Saison ist eröffnet. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Bratwurst ist die einsame Nummer eins auf den deutschen Rosten. Die mag eigentlich jeder.

Es scheint kinderleicht zu sein, eine gute Bratwurst zu grillen. Und doch gibt es ein paar einfache Profi-Tipps, die das Ergebnis deutlich verbessern. Probieren Sie es doch mal aus. 

1. Würstchen unbedingt einschneiden

Warum einschneiden? Das hat zum einen einen optischen Effekt. Das Ergebnis sieht einfach deutlich besser aus. Das Auge isst ja mit. Viel wichtiger aber: Das Anritzen verhindert ein unkontrolliertes Aufplatzen der Wurst. Auch da gilt: Eine „explodierte“ Wurst sieht einfach nicht appetitlich aus. Zudem schmeckt es mit gleichmäßiger Kruste besser. 

Ob man nun alle zwei, drei Zentimeter auf der Ober- und Unterseite einritzt oder die Variante mit kreuzförmigen Schnitten nutzt, macht tatsächlich einen Unterscheid: Das Anritzen der Haut hat nämlich auch den Effekt, dass sich die Oberfläche der Wurst vergrößert und somit Röstaromen mehr Platz haben. Mit rautenförmigen Einschnitten ist der Effekt entsprechend größer. Testen Sie einfach aus, wie es Ihnen am besten schmeckt. 

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Das richtige Einschneiden der Wurst verhindert unkontrolliertes Aufplatzen. BK

2. Zunächst indirekt grillen

Den Grill dann zunächst auf etwa 200 Grad aufheizen. Die Würste unbedingt zunächst für 10 bis 15 Minuten bei geschlossenem Deckel in einen Bereich mit indirekter Hitze legen. Das hat nämlich den großen Vorteil, dass die Würstchen langsam und besonders schonend auf  Temperatur gebracht werden.

Wenn es mal länger dauern kann oder muss, schaden auch bis zu 30 Minuten in der indirekten Zone nicht. So schnell trocknen die Bratwürste hier nicht aus. Wichtig ist: Erst am Ende kommen die Würste in die direkte Hitze. Dort gibt es die gewünschte Röstung. 

Diese Methode nennt man „Reverse Sear“ (Rückwärtsgaren) und wird auch bei dicken, saftigen Steaks wie Porterhouse, Rib Eye oder Rumpsteak angewandt. Was kaum einer beachtet: Auch bei Bratwürsten liefert sie ganz hervorragende Ergebnisse. Zudem laufen Sie nicht Gefahr, dass die Würste außen verkohlen, während sie in der Mitte noch nicht ganz durch oder bestenfalls lauwarm sind.

Wer auf seinem Grill nicht genug Platz hat für eine Zone mit indirekter Hitze, setzt eine Edelstahl-Auflaufform ein. Weber Grill

3. „Bräter“ einsetzen

Wer einen ausreichend großen Grill hat, für den sind indirekte Gar- und Warmhaltezone kein Problem. Beim Gasgrill schalten Sie die entsprechenden Brennerzonen einfach aus.  Beim Holzkohlegrill schaffen Sie mindestens ein Drittel „glutfreien“ Bereich. Hier können und sollen die Würste dann bei geschlossenem Deckel in aller Ruhe garen.

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Aber auch wer nur einen kleinen (Tisch-)Grill hat, kann sich helfen. Nehmen Sie einfach eine Edelstahl-Auflaufform mit Rosteinsatz zu Hilfe, die es auch in sehr kleinen Größen (ca. 26 x 20 cm) gibt. Den „Bräter“ können Sie direkt auf der Feuerstelle platzieren. Der Rost sorgt dafür, dass das Grillgut von der Flamme und von der Schale „entkoppelt“ wird.

So grillen Sie indirekt - ganz ohne entsprechende Zone. Für einen Effekt wie im Backofen muss der Grill natürlich geschlossen werden. Ihr Grill hat keinen Deckel? Nutzen Sie einfach eine zweite Schale. Geht auch. 

Zwei bis drei Minuten von jeder Seite bei direkter Hitze – das reicht!  Imago/imagebroker

4. Richtig heiß rösten

Wenn die Würste langsam auf die gewünschte Kerntemperatur (ca. 70°C) gebracht wurden, beginnt das Rösten. Jetzt muss die Hitze so hoch wie möglich sein. Legen Sie die Bratwürste in Direkt-Bereich und grillen sie auf jeder Seite zwei bis drei Minuten. Profis achten dabei darauf, das wirklich alle vier Seiten der Wurst geröstet werden. 

Dann unbedingt sofort servieren und verzehren. Es lohnt sich. Guten Appetit!