Der KURIER stellt vier Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion vor - und verrät, ob sie gut sind. Foto: imago images / Shotshop

Heute schon in den Spiegel geschaut? Wenn Sie dabei mit sich im Reinen sind, klicken Sie jetzt weiter. Wenn das eine oder andere Speckröllchen gern weichen darf, fragen Sie sich vermutlich, wie das am besten geht. Der KURIER hat fünf Diät-Ideen unter die Abnehm-Lupe:

Low-Fat-Diät: Ein Anfang ist gemacht

Low-Fat-Diäten beschränken vor allem den Anteil des Fetts an der täglichen Nahrung.  Der Anteil des Fettes an der täglichen Kalorienmenge wird auf 30 Prozent reduziert - was im Wesentlichen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht. Alternativ: Nicht mehr als 70 Gramm Fett am Tag essen. Das kommt aber aufs selbe raus. Wer sich daran genau halten will, muss sich mit seinen Lebensmitteln intensiv auseinandersetzen, Zutatenlisten und Lektüren studieren.

Bewertung: Eine Low-Fat-Diät ist ein guter Anfang. Die Richtwerte passen mit denen zusammen, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vorgibt. Wichtig ist aber: Auch auf die restliche Zusammensetzung der Lebensmittel achten. Wer das vernachlässigt, wird kaum Erfolge haben.

Paleo-Diät: Essen wie in der Steinzeit

Essen wie in der Steinzeit – genau das versuchen Menschen, die sich nach dem Paleo-Prinzip ernähren. Die Idee dahinter: Was unseren Vorfahren gut getan hat, kann heute nicht schlecht sein.  Die Paleo-Ernährung orientiert sich an den in der Steinzeit vermeintlich verfügbaren Lebensmitteln: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse. Auf andere Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker oder Milch und Milchprodukte, wird dagegen komplett verzichtet.

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Bewertung: „Der tägliche hohe Verzehr tierischer Lebensmittel (Fleisch, Fisch und Eier) ist unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten kritisch zu sehen“, bemerkt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Und: „Der völlige Verzicht auf Lebensmittel wie Getreideprodukte (Lieferanten für Ballaststoffe und B-Vitamine), Hülsenfrüchte (hochwertige Proteinquellen, Ballaststoffe, B-Vitamine) und Milchprodukte (wichtige Quellen für Calcium, Jod, Riboflavin) kannlangfristig möglichweise zu einem Nährstoffmangel führen.“

Glyx-Diät: Gut für Diabetiker

Die Glyx-Diät basiert auf der Wirkung des Glykämischen Index. Sie unterscheidet zwischen „guten“ und „schlechten“ Kohlenhydraten. Gute und schlechte Lebensmittel werden anhand von Tabellen zusammengestellt, die die GI-Werte mit übersichtlichen Ampelfarben (grün = niedriger GI, gelb = mittlerer GI, rot = hoher GI) auflisten. Analog informiert eine Fett-Ampel zudem über den Fettgehalt jedes Lebensmittels. Idealerweise werden Lebensmittel gewählt, die in beiden Kategorien grün oder wenigstens gelb zeigen.

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Bewertung: Die Studienlage ist nicht eindeutig. Menschen, die an Diabetes leiden, können aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Ernährung au Basis der Glyx-Tabellen profitieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hebt positiv hervor, dass in der Glyx-Diät „auf (zugesetzten) Zucker, Softdrinks, Bier, ernährungsphysiologisch ungünstige Fette und Fastfood verzichtet wird und der Fokus auf wenig verarbeiteten Lebensmitteln liegt.“ Kritisch sieht die DGE aber die Bewertung von Gemüse und Obst und damit die Einschränkung dieser Lebensmittelgruppe. Bananen oder Wassermelone sind zum Beispiel  „rote“ Lebensmittel.

Intervallfasten: Ein Fass ohne Boden

Intervallfasten ist der vielleicht größte aktuelle Hype, wenn’s ums abnehmen geht. Und irgendwie scheint hier auch jeder die zum ihm passende Form zu finden. Zum Beispiel diese: 8:16 – also nur an acht Stunden des Tages kalorienhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Oder so: Die 5:2-Diät - an fünf Tagen in der Woche normal essen, an den beiden Fastentagen ist etwa ein Viertel der sonst üblichen Energiezufuhr „erlaubt“. Das erfordert einiges an Disziplin.

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Bewertung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisiert, dass die meisten Konzepte des Intervallfastens keine oder nur sehr vage Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl beinhalten. Daher findet alleine durch das intermittierende Fasten in der Regel keine Ernährungsumstellung hin zu einer ernährungsphysiologisch günstigen Lebensmittelauswahl statt. Gesicherte Studienergebnisse etwa zu Langzeit(er)folgen gibt es nicht.

Schlank im Schlaf-Diät: Eine Form von Low-Carb

Davon träumt wirklich jeder: Abends ins Bett gehen, morgens aufwachen – zack, schlank! Ganz so absurd ist aber selbst das Versprechen der Schlank im Schlaf-Diät nicht. Das Prinzip beruht auf der optimalen Kombination von Proteinen und Kohlenhydraten. Vereinfacht gesagt, sind am Morgen nur Kohlenhydrate, dafür aber keine Proteine erlaubt. Am Abend ist es anders herum. Mittags gibt es normale Mischkost. Zur Vorbeugung von Muskelschwund ist begleitend zu diesem Diätkonzept Ausdauersport und Muskeltraining wichtig. Das Problem: Spielraum für individuelle Bedürfnisse gibt es nicht: Und wer verzichtet schon gern auf die Milch im Kaffee am Morgen?

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Bewertung: Das Konzept Schlank im Schlaf ist eine Variante der Low-Carb-Diäten. „Gegen ein kohlenhydratreiches Frühstück und ein proteinreiches Abendessen ist aus wissenschaftlicher Sicht nichts einzuwenden“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Das sehr starre Ernährungskonzept erfordert sehr viel Disziplin und ist daher sicher nicht für jeden geeignet.