Superfoods werden allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dp

An ihnen ist kein Vorbeikommen: Chia, Goji, Acerola, Algen, Ingwer, Kurkuma – die Liste sogenannter Superfoods ist schier endlos lang. Beworben werden sie als kleine Wundermittel, die Körper und Geist stärken. Doch was ist wirklich dran an den Werbeversprechen? Was taugen die Superfoods wirklich?

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Was ist das Versprechen der Superfoods?

Superfoods werden allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Meist sollen sie verschiedenen Krankheiten vorbeugen und zudem satt und schlank machen. Sie sollen gut für die Blutzuckerregulierung sein, das Schlaganfallrisiko und die Herzinfarktgefahr senken, Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben oder das Altern aufhalten – die Liste der Versprechungen, was Superfoods angeblich leisten können, lässt sich genauso beliebig verlängern wie die der vermeintlichen Zauber-Lebensmittel.

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Was steckt in den Superfoods?

Superfoods sind in der Regel pflanzliche Lebensmittel, die von Natur aus viele Mikronährstoffe, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe haben. Das Problem: Sie kommen meist aus exotischen Ländern. Und auch wenn frische Super-Beeren, -Körner oder -Blätter anfänglich meist reich an wertvollen Inhaltsstoffen sind, hat das, was in Deutschland ankommt, davon nur noch wenig. Durch den langen Transportweg gehen Nährstoffe verloren. „Es ist daher fraglich, wie viel von den beworbenen Inhaltsstoffen tatsächlich noch beim Verbraucher ankommt“, erklärt die Verbraucherzentrale.

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Sind Superfoods wirklich sinnvoll?

Früchte und Samen – frisch, getrocknet oder als Püree: Superfoods können – sofern sie in ihrer natürlichen Form und nicht als Pillen oder Pulver gegessen werden – durchaus sinnvoll sein. Ungesund sind sie in der Regel nicht. Dafür bieten sie Abwechslung auf dem Speiseplan und sind – unverarbeitet – allemal besser als Fast Food aus dem Schnellrestaurant. Wer mit Superfood kocht, ernährt sich also schon deshalb gesünder, weil er sich mit seinem Essen auseinandersetzt und nicht auf hochverarbeitete Lebensmittel zurückgreift. Aber: Das gilt auch für heimisches Obst und Gemüse – und das ist mal mindestens für die Klimabilanz wertvoller.

Taugen Superfoods als Wunderwaffe für ein gesundes Leben?

Öko-Test hat insgesamt 22 Superfoods überprüft. Das überraschende Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der getesteten Produkte fallen durch. Nur vier Produkte – es handelt sich um Bio-Gojibeeren, Bio-Chia-Samen und zwei Bio-Kokosöle – erreichen ein „sehr gut“ beziehungsweise „gut“. „Superfoods sollen gesund sein, sind tatsächlich aber teils massiv mit Pestiziden, Mineralöl, Cadmium und weiteren Schadstoffen belastet“, warnen die Öko-Test-Tester. Auch die Werbung mit überdurchschnittlichen Gehalten an Vitaminen und Mineralstoffen ist ein Schuss in den Ofen. Ihr Fazit: „Superfoods sind schlicht überflüssig.“

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Gibt es Superfoods, bei denen man vorsichtig sein sollte?

Sind Superfoods stark verarbeitet, ist immer Vorsicht geboten. „Für Extrakte und Zubereitungen im Lebensmittelbereich gibt es keine Standardisierungen wie bei Arzneimitteln“, warnt die Verbraucherzentrale. Es gibt Superfoods – Granatapfel oder Gojibeeren zählen dazu –, bei denen Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten zu erwarten sind. Bei Chia-Samen zum Beispiel fehlen bislang jegliche Erfahrungen bei einem langfristigen Verzehr. Sie sind seit 2013 zwar als Lebensmittel zugelassen, müssen aber einen Hinweis enthalten, dass täglich 15 Gramm verzehrt werden sollten.

Welche Alternativen gibt es zu exotischen Superfoods?

Heimische dunkle Beeren, wie die Brombeere oder die Heidelbeere, haben eine ähnlich anti-oxidative Wirkung wie die viel bejubelte Acai-Beere. Leinsamen aus dem Spreewald anstelle von Chia enthalten ebenfalls Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe. Nüsse, Kohl und Kartoffeln sind reich an sekundären Pflanzenstoffen.