Schält man Orangen oder Mandarinen, bleibt mal mehr, mal weniger von der weißen Haut übrig.
Schält man Orangen oder Mandarinen, bleibt mal mehr, mal weniger von der weißen Haut übrig. Imago/Panthermedia

Über den Sommer vergisst man schon manchmal, wie nervig es sein kann, Mandarinen, Clementinen und vor allem auch Orangen zu schälen. Oftmals bekommt man zwar die harte, orangefarbene Schale ab, doch darunter beginnt dann die Fummelei, denn die weiße Haut, die sich um das Fruchtfleisch gelegt hat, ist ziemlich widerspenstig. Doch muss man diese überhaupt entfernen? Ist sie nicht vielleicht sogar essbar? All das erfahren Sie hier!

Mandarinen und Orangen: Weiße haut heißt Mesokarp

Zugegeben, die erste Info ist echtes Klugscheißer-Wissen: Denn die weiße Haut, die sich bei Mandarinen und Orangen um das Fruchtfleisch legt, heißt Mesokarp. Wichtiger ist da schon die Frage nach der Essbarkeit – und die Antwort ist ein echter Segen für alle, denen die Geduld fehlt, denn die weiße Haut zwischen Schale und Fruchtfleisch ist bei Orangen, Mandarinen und Co. essbar.

Lesen Sie auch: Das große Horoskop für die ganze Woche – so stehen Ihre Sterne von 9. bis 15. Januar >>

Im Winter sind Mandarinen sehr beliebt.
Im Winter sind Mandarinen sehr beliebt. Imago/Westend61

Zwar schmeckt die Haut durchaus etwas bitter, schädlich ist sie aber nicht. Im Gegenteil! Denn das Mesokarp von Orangen und Mandarinen enthält viele Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen. Zudem ist sie reich an Vitamin C. Wie so oft bei Obst und Gemüse stecken die Nährstoffe also auch in den Teilen, die wir auf den ersten Blick für gar nicht essbar halten. Zudem sind im Mesokarp auch Flavonoide enthalten, die freie Radikale binden und Alterungsprozesse verlangsamen können.

Mandarinen und Orangen: Vorsicht bei der äußeren Schale

Mehr Vorsicht ist bei der Außenschale geboten. Denn die allermeisten Orangen, Mandarinen, Clementinen und Zitronen sind während des Anbaus chemisch-synthetischen Pestiziden ausgesetzt. Zudem wird das Fungizid Imazalil oftmals eingesetzt, um die Schale vor Schimmelbildung zu schützen. Der Stoff gilt als giftig, kann aber innerhalb weniger Tage aus dem Körper ausgeschieden werden. Die WHO erlaubt daher eine Tagesdosis von 0,03 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Lesen Sie auch: In welchen Müll kommen Taschentücher? Und drei weitere Mülltrennungsirrtümer >>

Dennoch lassen Studien mit Tieren aufhorchen: Bei Mäusen führte der Stoff zu Reproduktions- und Entwicklungsstörungen, bei Ratten traten leicht veränderte Leberwerte auf. Welche Pestizide oder Fungizide verwendet wurden, muss in Deutschland auf der Verpackung angegeben werden. Haben Orangen, Mandarinen und Co. das Bio-Siegel, sind sie in der Regel frei von diesen Stoffen. Sollten Sie Früchte mit Imazalil haben, sollten Sie sich nach dem Schälen und vor dem Verspeisen die Hände waschen.