Rucola ist inzwischen beliebt in Deutschland. Doch das war nicht immer so! Imago/Yay Images

Lange Zeit war Rucola in Deutschland nicht besonders beliebt. Als „Rauke“ führte er in der Kulinarik eher ein Schattendasein. Wegen des intensiven Geschmacks war er hierzulande nicht sonderlich beliebt. Wässrige Blattsalate oder der bittere Chicorée standen einfach höher im Kurs. Außerdem schreckte die unkrautähnliche Optik viele Menschen ab.

Doch mit der Liebe zu Italien und vor allem zum italienischen Essen, die Ende des 20. Jahrhunderts einen kleinen Höhepunkt erfuhr, bekam die Rauke unter dem italienischen Namen Rucola auch in Deutschland eine zweite Chance. Und das peppt die deutsche Küche nicht nur geschmacklich auf – sondern macht sie auch deutlich gesünder!

Rucola: Das macht den Salat so gesund

Denn Rucola hat aufgrund seiner Inhaltsstoffe so viel mehr zu bieten als etwa Eisbergsalat, der zu einem großen Teil nur aus Wasser besteht. So enthält der Salat immerhin 62 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm – und gehört damit zu den Lebensmitteln mit einem ordentlichen Vitamin-C-Anteil. Das stärkt das Immunsystem, hilft beim Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Zähnen.

Und auch Vitamin B9, besser bekannt als Folsäure, ist reichlich in Rucola enthalten. Dieses soll laut neuen Studien Herz-Kreislauferkrankungen sowie Demenz vorbeugen und hilft Frauen in der Schwangerschaft. Denn es sorgt dafür, Missbildungen im Mutterleib zu verhindern. Zudem beinhaltet der geschmackvolle Salat auch Beta-Carotin, das die Zellen schützt und als Vorstufe von Vitamin A für Haut und Schleimhäute gut ist.

Ein weiterer Gesundheitsboost steckt im Senföl, dem der Rucola seinen intensiven Geschmack zu verdanken hat. Das enthält zahlreiche ungesättigte Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren, die für ein gesundes Immunsystem wichtig sind. In mehreren Studien konnte zuletzt gezeigt werden, dass Senföle sogar Pilzen, Bakterien und Viren die Stirn bieten können. Diese Tests fanden bislang allerdings hauptsächlich im Reagenzglas statt. Im Tierversuch konnte zudem eine krebshemmende Wirkung nachgewiesen werden.

Eine Therapie ist Rucola aber keinesfalls. Geht es Ihnen schlecht, sollten Sie keine Ernährungsexperimente wagen, sondern einen Arzt aufsuchen. Ernährung kann unterstützen, schwere Krankheiten nicht alleine heilen.

Rucola hat auch eine gute CO2-Bilanz

Sicher ist aber: Rucola schmeckt nicht nur und hat viele gesundheitliche Vorteile – er hat auch eine passable CO2-Bilanz. Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg zufolge liegt der Emissionswert für 100 Gramm Rucola bei weniger als 130 Gramm CO2.

Rucola kann roh als Salat serviert oder als Würzkraut unter Soßen gemischt werden. Imago/Yay-Images

Achtung: Rucola speichert Nitrate

Doch Achtung! So viel am Ende auch für Rucola spricht, von einem übermäßigen Verzehr sollten Sie Abstand nehmen. Denn in Rucola können sich unter Umständen Nitrate in ordentlicher Höhe anlagern. Das kann vor allem für Kinder nicht gut sein. Zu einer Anreicherung von Nitraten kommt es beispielsweise bei unsachgemäßer Düngung. Abhilfe schaffen kann, die Stiele vor dem Verzehr zu entfernen oder die Rucola-Blätter zu erhitzen – beispielsweise in einer Nudelsoße. Denn auch darin schmeckt Rucola ganz hervorragend.