Wer nachhaltig abnehmen will, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel, Diät-Shakes oder Appetithemmer!  dpa/Remmers

An keinem anderen Tag des Jahres werden so viele gute Vorsätze gefasst wie am ersten. Abnehmen ist dabei ein häufiges Ziel. Verlockend klingen leichte Wege zum Wunschgewicht, etwa mit Pulvern und Pillen die Fettverbrennung anzukurbeln. Doch dauerhaft abnehmen kann man damit alleine nicht. „Manche Mittel schaden sogar“, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW.

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Abnehm-Irrtum 1: Angebotene Diät-Mittel sind gut geprüft

Falsch! Meist handelt es sich bei den angepriesenen Pulvern oder Pillen um Nahrungsergänzungsmittel – also um Lebensmittel, die die normale Nahrung nur ergänzen können. Es sind keine Heil- oder Arzneimittel, und sie werden mit nur wenigen Angaben angemeldet, nicht zugelassen. Auch eine Bezeichnung als „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ ist kein Gütesiegel.

Denn der Begriff ist für Vitamine und Mineralstoffe rechtlich nicht geschützt. Zudem können auch natürliche Produkte unerwünschte Wirkungen haben. Gerade in angeblich ganz natürlichen Schlankheitsmitteln aus Internetshops werden häufiger illegale Arzneisubstanzen gefunden, teilweise sogar verbotene krebserregende Stoffe.

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Abnehm-Irrtum 2: Appetithemmer sind ein leichter Abnehm-Weg

Falsch! Tatsächlich kann man durch Entwässerung schnell an Gewicht verlieren. Aber das ist kein Fettabbau – und teilweise gesundheitsgefährdend. Ebenso problematisch sind Appetithemmer. So können Präparate mit Quell- und Ballaststoffen wie Glucomannan aus der Konjak-Wurzel zu einem Darmverschluss führen, wenn man nicht genug trinkt.

Solche Mittel machen zwar tatsächlich satt, aber nach dem Absetzen der Präparate droht wegen der Gewöhnung ein Hunger auf große Portionen und damit ein Jo-Jo-Effekt. Wichtig wäre, die Mittel langsam auszuschleichen und durch ballaststoffreiche Gemüse und Getreide zu ersetzen.

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Abnehm-Irrtum 3: Fertiggetränke taugen als Komplettmahlzeit

Nicht immer! Diät-Shakes aus Pulvern gemischt als ganze Mahlzeit – das hört sich viel einfacher an als aufwendige Gemüsegerichte zu kochen. Doch der Körper braucht mehr als das, was in solchen Mischungen enthalten ist. Wenn alle Mahlzeiten durch solche Pulver ersetzt werden sollen, ist deshalb der Warnhinweis „Darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Wochen verwendet werden“ Pflicht.

Besser ist es, kurze Zeit nur eine Hauptmahlzeit dadurch zu ersetzen. Der Ersatz liefert dann nur 200 bis 400 Kalorien statt der normalen 700 bis 800 Kalorien einer Hauptmahlzeit. Dieser Einstieg in die Gewichtsabnahme funktioniert aber nur, wenn auch sonst kalorienärmer gegessen wird.

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Abnehm-Irrtum 4: Fatburner sind unbedenkliche Diät-Mittel

Falsch! Gerade sogenannte Fatburner enthalten häufig eine Vielzahl von Pflanzenextrakten, die in dieser Mischung auch bei niedriger Dosierung zu unerwarteten und unerwünschten Wirkungen, vor allem auf das Herz-Kreislauf-System, führen können. Möglich sind auch Wechselwirkungen mit Medikamenten. Je höher der Anteil des entsprechenden Stoffes, umso höher ist das Risiko der Produkte.

Vor allem von Produkten ohne Mengenangaben in der Zutatenliste ist abzuraten. Es kann zu Bluthochdruck und Herzrasen kommen, bis hin zu Herzinfarkten. Das früher in Fatburnern oft verwendete Ephedrin (Ephedra-Kraut) ist deswegen seit einigen Jahren in Europa und den USA verboten. Dafür ist heute oft das ähnlich wirkende Synephrin aus Bitterorange (Citrus aurantium) enthalten und ebenfalls nicht unproblematisch.

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Abnehm-Irrtum 5: Nahrungsergänzungsmittel sind kalorienarm

Falsch! Gerade Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform können viele Kalorien und eine ganze Menge Zucker liefern. Da Kalorien- oder Zuckerangaben für Nahrungsergänzungsmittel aber nicht vorgeschrieben sind, können Verbraucher falsche Erwartungen haben. Erkennbar ist ein hoher Zuckergehalt, wenn Begriffe wie Maltodextrin oder Zucker am Anfang der Zutatenliste stehen.

So nehmen Sie wirklich ab!

Nahrungsergänzungsmittel, Diät-Shakes, Appetithemmer? Wer wirklich konsequent abnehmen will, tut sich mit all dem keinen Gefallen. Fakt ist: Ohne die Einschränkung der Kalorienzufuhr funktioniert Abnehmen nicht. Wer nachhaltig Gewicht reduzieren will, braucht eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannung. 

Die wirklich einzige Wahrheit, wie man Gewicht verliert, liegt in der Kalorien-Bilanz: Man muss mehr Kalorien verbrauchen, als man mit der Nahrung zu sich nimmt. Wer sich über einen längeren Zeitraum so ernährt, bei dem purzeln die Kilos. Um trotzdem nicht zu hungern, setzen Sie auf  kalorienarme Lebensmittel, von denen man essen kann, bis man satt ist.