Eisbär Leo Pföderl liefert zum Play-off-Start gleich richtig ab, trotz starker Schmerzen. Foto: City-Press

Leo Pföderl war zurück, als ob er nie weg war. Mit einem Tor und einer Vorlage glänzte der Eisbären-Stürmer beim 2:1-Play-off-Auftaktsieg gegen Köln. Das ist deshalb ziemlich erstaunlich, zwang ihn doch eine Leistenverletzung zuvor zu einer sechswöchigen Spielpause. Ein Blick zurück lohnt sich.

Am Sonntag marschierte Pföderl als Scorer-König in die Kabine. Auf den Tag genau vor einem Jahr, am 10. April 2021, humpelte Leo in Iserlohn mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis. „Pföderl hat sich eine Teilruptur des Innenbandes zugezogen. Er muss vier bis sechs Wochen behandelt werden und fällt damit für den Rest der Saison aus“, klagte damals EHC-Sportdirektor Stephane Richer.

Großes Erstaunen herrschte zwei Wochen später, als die Nummer 93 sich zum ersten Play-off-Halbfinale gegen Ingolstadt warmlief. Leo mischte plötzlich wieder mit.

Medizinische Abteilung der Eisbären liefert

Hat er einen Wunderheiler gefunden? Pföderl erklärt: „Das nicht, aber eine sehr engagierte medizinische Abteilung. Dr. Jens Ziesche und unsere beiden Physios Thomas Wöhrl und Andre Kreidler haben sich ganz intensiv um mich gekümmert. Ich habe mich 14 Tage nur um meine Reha bemüht. Das Eis habe ich damals und auch in diesem Jahr voll gemieden. Natürlich bin ich auch nicht auf ein Fahrrad gestiegen.“

Dann grinst Leo und sagt: „Die relativ schnellen Genesungen liegen sicher auch an meinem oberbayrischen Blut.“ Dr. Ziesche: „Das mit dem Blut lasse ich mal beiseite, aber die Zähne zusammenbeißen, das kann der Bayer.“

Auch die Saisonvorbereitung zahlt sich aus: Pföderl: „Mein hartes Sommertraining hat mir auch geholfen, obwohl die Verletzung diesmal etwas langwieriger ausfiel.“

Leo Pföderl: Meisterpott setzt Kräfte frei

Psychotricks sind nicht die Sache von Dr. Ziesche, deshalb verrät er: „Leo Pföderl ist unwahrscheinlich fleißig, geht eifrig in die Physiotherapie, und das zahlt sich aus.“

Trotzdem scheinen die schnellen Genesungen kleine Wunder. „Wunder?“, fragt Pföderl erstaunt vor dem zweiten Viertelfinale bei den Kölner Haien (Dienstag, 19.30 Uhr) und meint dann: „Das Wunder ist der Pott. Wenn du die Chance bekommst, Deutscher Meister zu werden, steckst du vieles weg und spürst die Schmerzen erst abends im Bett.“

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