Der Knackpunkt: Nach dieser Box-Einlage von Yannick Veilleux gegen Bietigheims Evan Jasper geht nichts mehr für die Eisbären.
Der Knackpunkt: Nach dieser Box-Einlage von Yannick Veilleux gegen Bietigheims Evan Jasper geht nichts mehr für die Eisbären. Foto: Pressefoto Baumann/Imago

Das ist der Gipfel der Unterirdischkeit! Da geht am Ende einer total vermurksten DEL-Vorrunde plötzlich doch noch was in Richtung Pre-Play-offs. Und was machen die Eisbären? Sie lassen sich selbst die Luft ab! 2:6 (1:3, 0:0, 1:3) beim abgeschlagenen Schlusslicht Bietigheim. Unfassbar! Wer sich so was leistet, der hat die Zugabe K.o.-Runde, die schönste Zeit im Eishockey, auch nicht verdient.

Vorm ersten Bully sieht das so gut aus! Noch neun Spiele (27 Punkte zu vergeben), nur noch fünf Zähler Rückstand auf den rettenden Rang 10. Der Gegner hat viele Ausfälle und unter der Woche noch Ex-Bär Daniel Weiß an Zweitligist Bad Nauheim verloren. Welche Vorlagen braucht der DEL-Rekordmeister (9 Titel) noch?   

Eisbären gehen durch Alex Grenier in Führung

Dazu kommt, dass der Champion der vergangenen beiden Jahre sogar 1:0 führt, weil Alex Grenier den Puck mit Unterstützung vonm Steelers-Goalie Cody Brenner über die Linie wurschtelt (7.). Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf.

Yannick Veilleux vwerliert die Nerven, prügelt sich vom Bully weg mit Evan Jasper. Beide müssen fünf Minuten  raus, Veilleux als Initiator der Boxerei noch zweimal 60 Sekunden obendrauf. Dass der Eisbär den Faustkampf gewinnt, ist Ironie des Schicksals.

Ex-Eisbär Tine Braun mit Fünf-Punkte Spiel

Denn danach ist es wie abgeschnitten. Bietigheim nutzt das Powerplay durch Eisbären-Legende Tini Braun zum Ausgleich (9.), packt bis zur Drittelsirene noch zwei Tore drauf. Elias Lindner trifft aus spitzem Winkel (14.), den Hammer von Braun (gibt sein Comeback nach Verletzung/am Ende ist es ein Fünf-Punkte-Spiel für ihn)  zum 1:3 fälscht - na logo - Veilleux noch leicht ab (16).

Eisbären-Trainer Serge Aubin geht „All in“

Trainer Serge Aubin nimmt Torwart Tobias Ancicka raus, U20-Nationalgoalie Nikita Quapp feiert seine DEL-Premiere für den EHC. Und kann auch nichts mehr rettet. Das 1:4 erzielt Michael Keränen im Powerplay (45.). Aubin zieht über elf Minuten vor Schluss den Keeper, als Strafe gibt's das 1:5 von Teemu Lepaus ins leere Tor (51.). Viele der treuen Eisbären-Fans verlassen da gefrustet die Halle. Wann hat es das zuletzt gegeben? 

Eisbär Marcel Noebels entschuldigt sich bei Fans

 Julian Melchioris 2:5 (54.) kontert Preibisch mit dem 2:6 (56.). Was für eine Klatsche für die Eisbären. Geht 's am Mittwoch in Schwenningen (19.30 Uhr) noch mal in die Hose, ist wohl endgültig der Sack zu und früher Urlaub angesagt.

Marcel Noebels hinterher: „Jedes Tor war verdient für Bietigheim. Ich glaube, die Bereitschaft war heute nicht da. Wir müssen uns bei allen Fans entschuldigen. Das war in keiner Weise ein Zeichen, dass wir noch in die Top Ten kommen wollen.“ Besser kann man es nicht sagen.

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