Eisbär Eric Mik macht den Bisstest: Die Meister-Goldmedaille ist echt. Foto: City-Press

Gestern noch Nachwuchstalent, heute schon Vorbild. Eisbären-Verteidiger Eric Mik gilt als das Chamäleon unter den EHC-Cracks. Wenn Not am Mann ist, schickt Trainer Serge Aubin den Blonden in den Sturm. Fans und Mitspieler schwärmen immer noch vom 1:1-Ausgleichstor gegen Augsburg, die Wende zum 3:1-Sieg.

Der Verteidiger ist mit voller Leidenschaft am Puck: „Ich freue mich immer, auch jetzt im Juni, wenn wir aufs Eis gehen.“ Ein Blick in die Statistik bestätigt das. Eric gehörte mit Kai Wissmann und Jonas Müller zum Eisbären-Trio, das alle 55 Hauptrunden- und die zwölf Play-off-Begegnungen mit jeweils etwa 13 Minuten Eiszeit komplett durchgezogen hat.

Eric Mik: Als einer von drei Eisbären immer dabei

„Eric ist 22 Jahre alt und schon zweimal Deutscher Meister. An ihm können sich junge Spieler ein Beispiel nehmen“, lobt Altstar André Rankel. Nach drei Wochen Urlaub mit Freundin Antonia zeigt sich Eric als echter Profi, der sich mit dem Erreichten nicht zufrieden gibt. „Ich arbeite viel im Kraftraum, als Verteidiger brauche ich Körner, um mich den Stürmern entgegenstellen zu können“, erklärt er.

In Weißwasser ist ihm das als einstiger Förderlizenzspieler ebenso ganz gut geglückt wie bei der U20-Nationalmannschaft und den Eisbären. Der Abwehrspieler erstritt sich im deutschen Meisterteam einen Stammplatz und sagt Danke in die Lausitz; „Ich bin Weißwasser sehr dankbar. Ich wurde 42-mal eingesetzt und konnte mir dadurch die Form zum Beispiel 2020 für die U20-WM erarbeiten. Mir wurde in Weißwasser, wenn man so will, der Teppich für meine Entwicklung ausgebreitet.“

Welche Existenz-Berechtigung in Berlin neben den Eisbären auch die anderen Vereine besitzen, zeigt sich einmal mehr am Beispiel Eric Miks. „Ich war sieben Jahre alt, als ich gern Eishockey spielen wollte. Also fuhr meine Mutter mit mir zu den Eisbären. Dort sagten sie, ,sorry, alle Plätze besetzt.’“

Nachwuchs-Trainer Hardy Gensel kennt die Probleme: „Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir schicken Dutzende Mädchen und Jungen weg, weil unsere Kapazität total erschöpft ist. Im Sportforum fehlt einfach noch eine zusätzliche Eisfläche.“

Eric Mik wurde bei den Eisbären erstmal weggeschickt

„Zum Glück ließ sich meine Mutter nicht entmutigen und fuhr noch ein paar Kilometer weiter zu den Preussen. Die nahmen mich und ich spielte dort mit Nino Kinder, jetzt Bremerhaven, bis zur U15 bei den Schülern. Meine Mutter vollbrachte richtige Heldentaten. Sie fuhr mich mehrmals in der Woche den weiten Weg von Schildow im Norden Berlins die 26 Kilometer über die A111 zum P9 in der Glockenturmstraße. Hin und zurück sind das 52 Kilometer. Das sind im Laufe von sieben Jahren viele Liter Benzin“, zeigt sich Eric gegenüber seiner Mutter tief dankbar.

Auf die Mama fällt dadurch schon ein Lichtschein der Meistermedaillen. Sie musste vieles allein in Bewegung halten, denn Vater Johannes kurvt meist als LkW-Fahrer durch Europa. Die Leidenschaft für das Puckspiel trug der Vater aber schon in die Familie. Als Russland-Deutscher wuchs Johannes in Omsk auf und spielte dort in einem Amateurteam mit Begeisterung Eishockey. In Berlin nahm Sohn Eric die Leidenschaft auf.

Eric Mik: 14 Stunde unterwegs für den Eishockey-Traum

Eisbär Eric Mik verewigt sich im roten Rathaus im Goldenen Buch der Stadt. City-Press GmbH

Mit dem Wechsel von den Preussen zu den Eisbären und auf die Sportelite-Schule fuhr Eric Öffis. Bus, U-Bahn, S-Bahn und Tram gehörten zu seinen täglichen Verkehrsmitteln. „Mindestens anderthalb Stunden war ich unterwegs.“ 14 Stunden auf den Beinen, war keine Seltenheit, blickt Eric zurück. Jetzt wohnt er gegenüber dem „Welli“ und kann praktisch in Hauslatschen zum Training.

Erics Einsatz hat sich gelohnt. Der 22-Jährige gebürtige Berliner entwickelte sich nicht nur zu einem Top-Eishockeyspieler. Er hat auch ein Abiturzeugnis mit guten Noten in der Tasche. „Im Moment konzentriere ich mich auf das Eishockey. Ich will aber schon studieren.“ André Rankel und vorher schon Sven Felski zeigten den Weg, wie das geht und wie ein fleißiger Eishockeyspieler durch ein Studium ein wichtiger Mann in seiner Sportart und überhaupt im Leben werden kann.

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