So sehen Sieger aus: Die Eisbären posieren zum offiziellen Meisterfoto. Imago/Nordphoto

Auf den ungewöhnlichsten Titel aller Zeiten folgte die wohl schrägste Partynacht, die die Eisbären nach einer gewonnenen Meisterschaft bislang abgerissen haben. Denn mangels Alternativen, die das Berliner Nachtleben derzeit zu bieten hat, ging es nach dem 2:1 gegen Wolfsburg und dem achten Titel in der EHC-Geschichte bis in die frühen Morgenstunden in der Mannschaftskabine zur Sache. „Es war eine lange Nacht, wir sind sehr glücklich“, sagte ein müder Marcel Noebels.

Manager Peter John Lee, der bereits zum achten Mal Teil der Afterhour war, sagte: „Es war schon alles ein bisschen komisch, aber man hat die Freude bei den Spielern gesehen.“ Zigarren, Schampus und andere Kaltgetränke, also genau die Zutaten, die es in einer solchen Nacht braucht, waren natürlich verfügbar. „Und natürlich gab es die Dusche mit dem Cup“, so Lee. „Die Jungs haben es jetzt einfach verdient zu feiern.“

Meisterfeier über Youtube-Channel

Was dann am Sonnabend folgte, hatte natürlich noch weniger mit dem zu tun, was nach früheren Meisterschaften geboten war. Statt per Autokorso durch die Stadt zu düsen und anschließend das Bad in der Menge zu genießen, luden die Bären – so sind eben diese Zeiten – zur virtuellen Feier mit den Fans, die sich per Youtube-Channel zuschalten konnten. Und sie bekamen hier auch ein Best-of der besonders gelungenen Aktionen geboten. Und von diesen gab es schier unendlich, denn nicht nur auf das Ergebnis können die Bären stolz sein wie Bolle, sondern auch auf die sensationelle Art und Weise, wie sie Eishockey gespielt haben.

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„Es ist natürlich schade, dass die Fans nicht dabei sein konnten“, sagte Noebels, „vor 14.000 Fans den Pokal hochzuheben, wäre besonders gewesen. Und auch Ryan McKiernan, der zum wertvollsten Spieler der Playoffs gekürt wurde, wandte sich an die treuen Anhänger, die seit über einem Jahr keinen Kontakt zu den Spielern haben dürfen. „Diesen Titel haben wir für die Fans geholt.“

Kapitän Frank Hördler, der als einziger EHC-Profi an allen Titeln beteiligt war, wirkte auch am Tag nach diesem Coup noch sichtlich ergriffen. „Acht Titel sind verrückt, es liegt eine verrückte Reise hinter uns. Keiner hat irgendwie den Kopf hängengelassen.“