Sollen wir uns freuen oder schämen? Die Eisbären um Torwart Juho Markkanen wissen nach dem Spiel gegen Frankfurt nicht wirklich, woran sie sind.
Sollen wir uns freuen oder schämen? Die Eisbären um Torwart Juho Markkanen wissen nach dem Spiel gegen Frankfurt nicht wirklich, woran sie sind. City-Press/Marco Leipold

Puh, die Eisbären würgen sich so rein in die Saison 2022/23! Beim 5:4 (2:0, 2:0, 0:4/1:0) nach Verlängerung vor 10.230 Zuschauern in der MB-Arena gegen Aufsteiger Frankfurt gibt’s zwar wieder keine drei Punkte, aber im dritten Spiel immerhin den ersten Sieg. Zwei klasse Drittel, eines Katastrophe. Unfassbar.

Null Punkte in Nürnberg (2:4), ein Zähler gegen Wolfsburg (1:2 nach Penaltys) jetzt wenigstens zwei gegen Frankfurt. Geht der Trend so weiter, gibt es am Mittwoch (19.30 Uhr) bei Vize-Meister München und dann am Freitag gegen Mannheim (19.30 Uhr, MB-Arena) richtig was zu feiern. Voraussetzung: 60 Minuten Eishockey, nicht nur 40.

Vier Eisbären-Tore fast wie gemalt

Weiter ohne Leo Pföderl, Yannick Veilleux und Brendan Guhle (alle verletzt) legen die Eisbären stark los, sind klar besser, schießen nicht wie immer nur viel – diesmal treffen sie auch: Kevin Clark nach schönem Pass von Marcel Noebels (1:0/9.), Frank Mauer mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel in die kurze Ecke (2:0/18.).

Zach Boychuk fälscht grandios einen Schuss von Eric Mik ab (3:0/28.), Giovanni Fiore vollendet nach einer Traum-Kombination über Noebels und Boychuk (4:0/32.). Das hat fast was vom Meister-Hockey der beiden vergangenen Spielzeiten.

Eisbären bangen um Vize-Kapitän Morgan Ellis

Eisbären-Vize-Kapitän Morgan Ellis kniet nach dem Pucktreffer im Gesicht auf dem Eis.
Eisbären-Vize-Kapitän Morgan Ellis kniet nach dem Pucktreffer im Gesicht auf dem Eis. City-Press/Marco Leipold

Einziger Wermutstropfen bis dahin: Verteidiger Morgan Ellis wird Mitte des zweiten Drittels von einem Puck im Gesicht getroffen. Der Vize-Kapitän läuft durch in die Kabine und kommt nicht zurück aufs Eis.

Wie gefühlt zum Schlussabschnitt auch seine Kollegen. Da stecken anscheinend ganz andere Eisbären in den Trikots als zuvor. Plötzlich geht nichts mehr, Frankfurt sagt danke und sorgt Schritt für Schritt für Entsetzen bei den Eisbären-Fans.

Magnus Eisenmenger (1:4/42.) und Dylan Wruck im Powerplay (2:4/52.) legen den Grundstein. Als Coach Gerry Flemming Torwart Jake Hildebrand für einen zusätzlichen Feldspieler zieht, nagelt Brett Breitkreuz die Sensation zusammen: 3:4 – da sind noch 67 Sekunden zu spielen. 4:4 – da sind es noch 15 ...

Debüt von Torwart Juho Markkanen verhagelt

Damit ist auch das DEL-Debüt von EHC-Goalie Juho Markkanen (30 Paraden) endgültig verhagelt. Das 5:4 von Julian Melchioti (62.) in der Verlängerung kann da nicht wirklich trösten.

Frank Mauer sucht hinterher gar nicht erst nach faulen Ausreden: „Der Sieg ist schmeichelhaft. Wir führen 4:0 und pissen das dann so weg. So was passiert, wenn man aufhört zu spielen.“ An 60 starken Minuten arbeiten die Eisbären noch. Mauer: „Wir dürfen nicht nachlassen und müssen in den nächsten Spielen eine Schippe draufpacken. Wir gehen heute sauer ins Bett.“

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