Mit Blaine Byron, Leo Pföderl und Marcel Noebels (v.l.) hat auch der komplette erste Sturm der Eisbären bisher nur bis zum Sommer Verträge beim Meister. Foto: City-Press/Marco Leipold

Der Schock sitzt tief. Mathias Niederberger (29) verlässt nach nur zwei Jahren die Eisbären, wechselt nach München. Der EHC hätte den Torwart-Hexer gern gehalten. Aber RB war schneller und hat das dickere Konto. Schade, aber so ist das Geschäft; Niederbergers Arbeitspapier in Berlin läuft im Sommer aus. Wie das so vieler anderer Stars auch. Bleibt die Frage: Drohen den Fans weitere bittere Überraschungen? Fliegt die Erfolgstruppe jetzt sogar auseinander?

Fakt ist: Verträge mit mehr als zwei Jahren Laufzeit sind im deutschen Eishockey eher die Ausnahme. Deshalb wird hinter den Kulissen eigentlich ständig wie wild und im Geheimen gedealt. Eisbären-Sportchef Stéphane Richer (55) gilt da geradezu als Großmeister.

Wie er verkünden auch seine DEL-Kollegen aber Zu- und Abgänge, auch wenn sie schon länger feststehen, traditionell erst nach dem Ende der Saison. Vorzeitig sickern höchstens mal die ganz dicken Dinger durch. Wie Ende 2018, dass Leo Pföderl (28) zur Saison 2019/20 aus Nürnberg nach Hohenschönhausen wechselt, oder jetzt bei Niederberger.

Im Moment hat Trainer Serge Aubin nur sechs Spieler

Trotzdem: Beim Blick auf die öffentlich zugänglichen Daten kann den Eisbären-Fans aber schon ein wenig mulmig werden. Nach dem Meister-Titel 2021 gab es zehn Abgänge, droht diesmal ein noch größerer Umbruch?

Würde sich Trainer Serge Aubin (46/verlängerte bis 2023) heute vor sein Team stellen und all jene, die einen auch für die kommende Saison in Berlin gültigen Vertrag besitzen, an seine Seite bitten – es wäre ziemlich luftig um ihn rum. Nur sechs Spieler aus dem aktuellen 23er-Stammkader könnten vortreten.

Droht den Eisbären der Super-Gau?

Vier Verteidiger, zwei Stürmer, kein Torwart. Kai Wissmann (25), Jonas Müller (26, beide bis 2023/ 24), Morgan Ellis (29), Nicholas Jensen (32) sowie Kevin Clark (34) und Marco Baßler (22, alle bis 2022/23). Bei allen anderen gilt: Der Kontrakt läuft aus, der Rest ist Verhandlungssache.

Die Bären auf einen Schlag ohne Marcel Noebels (29, auch sein Fünf-Jahres-Vertrag endet), Pföderl, Frank Hördler (37), Blaine Byron (26), Yannick Veilleux (28), Matt White (32), Eric Mik (21), Zach Boychuk (32), Giovanni Fiore (25), Sebastian Streu (22), Simon Despres (30), Manuel Wiederer (25), Frans Nielsen (37), Mark Zengerle (32), Tobias Ancicka (20) und Nr.-3-Goalie Leon Hungerecker (23)? Ohne 123 ihrer bisher 141 Tore?

Frank Hördler entscheidet selbst

Unvorstellbar! Aber möglich. Die Konkurrenz schläft nicht und hat sogar auch mal mehr zu bieten (siehe Niederberger). Aber: Den Super-GAU wird es kaum geben.

Dazu sind die Eisbären selbst eine zu gute Adresse, da verlängern Spieler bei einem Angebot gern. Dazu macht Stéphane Richer seine Arbeit zu gut. So war München auch scharf auf Pföderl, diesen Angriff wehrte er nach KURIER-Informationen erfolgreich ab.

Wie viel Geld macht Besitzer Anschutz locker?

Und es gibt Sonderfälle wie Hördler. Wenn der Kapitän will und sich fit fühlt, ist er garantiert weiter an Bord. Ein ganz großes Ziel hat der einzige Spieler mit acht Meistertiteln sowieso: 1000 DEL-Spiele. Bei aktuell 951 Partien muss er dafür auf jeden Fall noch eine Spielzeit draufsatteln.

Fazit: Es wird im Sommer Veränderungen im Kader geben. Wie viele Abgänge es sein werden, ob weitere der Schmerz-Kategorie eines Mathias Niederberger dabei sind, das hängt davon ab, was sich Richer & Co. mit dem Segen von US-Besitzer Anschutz Entertainment Group (AEG) leisten dürfen. Sie sind gerade in Los Angeles ...

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