Eisbären-Goalie Tobias Ancicka (21) macht sich breit, lenkt den Puck um den Pfosten. Foto: dpa/Uwe Anspach

Tobias Ancicka steckt die Wochen dieses Sommers voll in die Karriere. Mit gerade mal 21 Jahren hat der Eisbären-Keeper die Chance seines Lebens. Durch die Wechsel von EHC-Stammkeeper Mathias Niederberger nach München sowie Leon Hungerecker nach Nürnberg ist Ancicka zumindest auf dem Papier die Nummer eins in der Eisbären-Kiste.

„Das hört sich gut an. Ich will mich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ich werde mich trotzdem voll in meine Aufgabe knien, um mir das Vertrauen der Trainer zu erarbeiten“, bleibt Tobias auf dem Teppich.

Nur vier Tagen Urlaub: Tobias Ancicka legt bei den Eisbären los

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Tobias Ancicka jubelt über den 2:1-Sieg der Eisbären in Nürnberg in der vergangenen Saison.

Der gebürtige Heilbronner will seine große Chance natürlich voll wahrnehmen und haut sich auch jetzt beim Sommer-Training voll in die Schüsse. „Ich war nach der Saison nur vier Tage zu Hause bei meinen Eltern in Regensburg. „Der Urlaub kann warten“, meint der Keeper und verrät: „Seit knapp drei Wochen bin ich wieder im Welli auf dem Eis. Mit Manuel Wiederer habe ich einen guten Partner gefunden. Der hat mir in der ersten Woche jeden Tag Serien von Schüssen aufs Tor gedonnert. Da kam ich schön ins Schwitzen. Das war Training pur. Seit der zweiten Trainingswoche gehe ich mit unserem neuen Torwart Nikita Quapp ins gemeinsame spezielle Torwarttraining. Im Kraftraum haben wir vorige Woche schon begonnen. Jetzt kam noch das Konditionstraining dazu. Da wir wegen eines internationalen Lehrgangs ohnehin nicht aufs Eis konnten.“

Mit 16 Einsätzen und zwei Shutouts bei den Eisbären und elf Spielen bei Weißwassers Füchsen konnte Tobias durchaus einige Erfahrungen sammeln. Geholfen hat dem jungen Torwart auch ein Jahr bei der U20 im finnischen Lukka, wo er mit Ex-EHC-Keeper Petri Vehanen von einem guten alten Eisbären-Bekannten trainiert wurde.

Tobias Ancicka will sich bei den Eisbären beweisen

„Aber all das ist jetzt uninteressant. Ich muss nun beweisen, dass ich ein guter Nachfolger von Mathias sein kann“, bleibt Tobias ehrlich. „Wir haben Vertrauen zu Tobias“, sagt EHC-Sportdirektor Stephane Richer. Zumindest hat der bisherige EHC-Back-up nichts an Torwart-Bildung ausgelassen. Vor Finnland formte Ancicka in Österreich an der Akademie in Salzburg an seinem Talent.

Zudem kann er sich über Ratschläge aus dem heimischen Umfeld nicht beklagen. Vater Martin arbeitet als Spieler-Betreuer und kann mit Mannheim immerhin auf einen deutschen Meister verweisen. Opa Alois Hadamczik (70) legt noch einen drauf. Er führte als Trainer die Tschechen 2006 in Turin zu Olympia-Bronze und bei der späteren WM zur Silbermedaille.

Ancicka wird Niederberger bei den Eisbären vermissen

Den Abschied von Niederberger sieht Tobias ehrlicherweise mit gemischten Gefühlen: „Für mich eröffnet sich durch den Weggang von zwei Torsteher eine völlig neue Perspektive, andererseits habe ich von Mathias viel profitiert, denn wir haben uns beide richtig gut verstanden.“

Torwarttrainer Sebastian Elwing hält große Stücke auf Ancicka und Quapp, ist überzeugt: „Auf unsere Torsteher können wir uns verlassen. Beide haben nicht nur Talent, die Jungen trainieren auch fleißig.“ An den Torstehern soll die Titelverteidigung nicht scheitern, ist als allgemeiner Tenor derzeit im Welli zu hören.

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