Bennet Roßmy feiert sein 1:0 gegen Augsburg, Korbinian Geibel und Blaine Byron sind die ersten Gratulanten. Imago

Donnerwetter! Langsam, aber sicher schiebt sich Sturmtalent Bennet Roßmy in den Vordergrund. Der 1,92-Meter-Recke spielt mit einer Förderlizenz auf zwei Ebenen. Beim den Eisbären geht er ebenso auf Torjagd wie in der DEL2 bei den Lausitzer Füchsen.

Und wie! In Weißwasser rettete er in den Abstiegsduellen den Füchsen mit vier Toren und sieben Vorlagen das Leben in der DEL2. Da stieg er schon zu einem gewissen König der Lausitz auf. „Die Spiele in Weißwasser sind nützlich für mich, denn sie geben mir Selbstvertrauen“, gesteht der 18-jährige Stürmer.

Eisbären-Traum für Bennet Roßmy

Im nächsten Satz gibt er aber ehrlich zu: „Es ist natürlich mein Ziel, bei den Eisbären zu spielen.“ Diese Absicht unterstrich der lange Roßmy gleich mit dem 1:0 beim 5:1 über Augsburg. Zufällig gab ihm Manuel Wieder die Vorlage zum Torschuss. „Zu Manuel habe ich ein besonderes Verhältnis. Er spricht oft mit mir und macht mir Mut“, verrät Bennet Roßmy etwas vom Innenleben des Teams.

Roßmy ging einen ungewöhnlichen Sonderweg in Richtung Eisbären. Die Roßmys wohnen in Olbersdorf. Die Gemeinde liegt nur einen Steinwurf von Polen und Tschechien entfernt im Länder-Dreieck am Fuße des Zittauer Gebirges. „In Jonsdorf begann ich bei den Bambinis“, berichtet der Jung-Eisbär. Bennets Eltern wollten ihrem Sohn eine möglichst erfolgreiche Karriere ermöglichen und nutzten die Chancen der EU.

Sie meldeten Bennet beim knapp 30 Kilometer entfernten tschechischen Spitzen-Verein Tygri Liberec an. „Ich habe dort von den Schülern bis zu den Junioren gespielt“, sagt Bennet. Ziemlich bescheiden bei den Erfolgen. Mit der Liberecer U16 ist er als Kapitän aufgelaufen, tat sich als Torschütze hervor und holte die tschechische Meisterschaft. Im Finale gegen Hradec Kralove trug er mit zwei Toren zum Titelgewinn bei.

Bennet Roßmy lernte das Eishockey-Abc in Tschechien

Vor der Pandemie schwang Roßmy mit 16 Jahren für die U20 von Liberec und die tschechische Zweit-Liga Männer-Mannschaft von Benatky an der Iser den Schläger. Vom Gymnasium in Zittau wechselte er deshalb auf das Sportgymnasium in Liberec. Er verstand dort nicht nur Bahnhof. „Ich hatte schon Tschechisch am Gymnasium in Zittau. Außerdem schnappte ich von meinen Mannschaftskameraden viele Worte auf.“ Inzwischen beherrscht er die tschechische Sprache in Wort und Schrift.

Viel verdankt der Jungstar seinen Eltern, wie er betont: „Bevor ich in Liberec im Internat einzog, fuhr ich fast jeden Tag mit dem Zug zum Training und den Spielen. Meine Eltern brachten mich mit dem Auto von uns zu Hause zum Bahnhof in Zittau. Von dort fuhr ich mit dem Zug. Am Abend holten sie mich dann wieder mit dem Auto vom Bahnhof ab,“ berichtet Roßmy. Die Mühen scheinen sich zu lohnen.

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