Eisbär Yannick Veilleux (l.) lässt Wolfsburgs Björn Krupp auch beim Faustkampf keine Chance.
Eisbär Yannick Veilleux (l.) lässt Wolfsburgs Björn Krupp auch beim Faustkampf keine Chance. Imago/Nordphoto

Was für ein Eishockey-Sonntag in Berlin! Mit 14.200 Zuschauern ist die MB-Arena endlich mal wieder restlos ausverkauft, 6:4 (3:1, 2:2, 1:1) gegen die Grizzlys Wolfsburg, jetzt vier Siege am Stück – so gut wie gerade sind die Eisbären in dieser bisher so verkorksten Saison noch nicht unterwegs. Jetzt geht auch was am Mittwoch gegen Straubing (19.30 Uhr, MB-Arena) und dann vielleicht auch noch was in Sachen Play-offs ...

Die Ausgangslage auf dem Papier ist klar, (Noch-)Kellerkind gegen Top-6-Team. Nimmt man die Form-Tabelle (letzten fünf Spiele), sieht das Ganze schon anders aus: Die aktuelle Nummer eins der Liga (elf von maximal 15 Punkten) empfängt die Nummer zwei (zehn). Auch beim Powerplay ist alles spitze, hier ist der EHC hauchzart Zweiter hinter den Wolfsburgern.

Ex-Eisbären-Kapitän André Rankel hilft an der Bande aus

Noch spannend vorm ersten Bully: Manuel Wiederer ist nach knapp sechs Wochen Verletzung zurück, auf der Bank unterstützt Ex-Kapitän André Rankel Chefcoach Serge Aubin, weil Assistenztrainer Craig Streu aus privaten Gründen verhindert ist. Leo Pföderl gibt das Motto des Tages vor: „Wir müssen den Schwung mitnehmen, langsam kommt auch die Leichtigkeit zurück.“

Klar doch, der Mann hat Ahnung. Was Pföderl und Co. dann abliefern, hat endlich wieder was von Eisbären-Hockey. Ja, doch: in großen Teilen auch von Meister-Hockey! Leo selbst sorgt fürs 1:0 (9.). Das 1:1 durch Ex-Bär Spencer Machacek (11.) kontert Yannick Veilleux aus dem Gewühl heraus mit dem 2:1 (17.).

Eisbär Veilleux gewinnt mit den Fäusten

Das 3:1 erzielt Giovanni Fiore in Unterzahl (19.). Stark! Wie auch die Reaktion aufs 2:3 (Matt Lorito im Powerplay): Pföderl markiert das 4:2  nur 23 Sekunden später (23.) – sein 200. DEL-Tor. Beim 5:2  jagt Zach Boychuk den Puck bei doppelter Überzahl mit 118 km/h in die Maschen (26.).

Auch beim zünftigen Faustkampf haben die Bären die Oberhand, Veilleux siegt glasklar nach Punkten gegen Björn Krupp (33.). Beide bekommen fünf Strafminuten und Veilleux ab sofort das Trikot mit der Nummer 54. Sein angestammtes mit der 38 ist nach dem Fight zerfetzt.

Schmerzhafter Nachmittag für Eisbär Jonas Müller

Und: Auch vom 5:3 in Unterzahl durch Trevor Mingoia (35.) lässt sich der Meister nicht aus dem Tritt bringen. Marco Nowak zimmert die Scheibe von der blauen Linie vorbei an Feind und Freund zum 6:3 (43.) rein. Das 6:4 von Machacek (54.) – geschenkt. Der Rest ist Jubel, Ehrenrunde, neuer Mut.

Schmerzhaft ist der Nachmittag nur für Jonas Müller: Der Verteidiger rauscht erst hart in die Bande (4.), muss auf dem Eis behandelt werden und kommt zurück. Dann streckt ihn auch noch Darren Archibald ziemlich herbe nieder (44.), wieder wird er behandelt, wieder kommt er zurück. Eisen-Müller!

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