Am Freitagvormittag wurde Mathias Niederberger in der Charité komplett durchgecheckt. Foto: City-Press

Dieser Termin ist ein wichtiger Meilenstein in jedem Sommer: Am Freitagvormittag mussten die Eisbären Jonas Müller, Kai Wissmann, Frank Hördler, Fabian Dietz und Torwart-Neuzugang Mathias Niederberger zur sportmedizinischen Untersuchung in der Charité antreten. Neben den üblichen Tests wurden die Profis nun auch auf Corona getestet.

Natürlich ist das Virus auch bei den Eisbären derzeit das Thema schlechthin. Prinzipiell bleiben Großveranstaltungen bis zum Ende des Jahres verboten. Aber dennoch gibt es ja die Hoffnung, dass die Saison am 13. November mit zumindest einigen Fans starten kann. Und auf dieses Ziel arbeiten die Bären hin. Keeper Niederberger sagt: „Ich verfolge natürlich immer, was es an neuen Entwicklungen gibt, aber das ändert nichts an meiner Einstellung. Ich will körperlich und mental topfit sein, wenn es losgeht.“

Deshalb hat er den Sommer auch schon intensiv genutzt, um sich in der Hauptstadt richtig einzuleben. Seit 2015, als er die Bären zwischenzeitlich verlassen hatte, um bei der Düsseldorfer EG zu einem Spitzentorwart zu reifen, hat sich vieles verändert. Nicht nur in der Stadt, sondern auch bei den Eisbären. „Ich wollte meine neuen Kollegen früh kennenlernen“, sagt er.

Die Voraussetzungen sind nun ganz andere als 2014. Bei seinem ersten Engagement als EHC-Keeper galt Niederberger bereits als großes Talent, zuvor hatte er Erfahrungen in Nordamerika gesammelt. Allerdings hatten die Eisbären Petri Vehanen als Nummer eins verpflichtet, und in dessen Schatten kam er nur auf elf Einsätze. „Ich konnte viel von ihm lernen, wir haben auch immer noch ein gutes Verhältnis“, sagt er. Auf Dauer der Ersatzmann zu sein, reichte ihm aber nicht aus.

Dass er nicht nur großen Ehrgeiz, sondern auch großes Können besitzt, zeigte er in den letzten Jahren. Niederberger entwickelte sich zum absoluten Chancenkiller. In der vergangenen Saison war er mit Abstand der beste Torwart in der Liga mit einem Gegentorschnitt von 2,05. Weshalb die Bären früh bei ihm vorstellig wurden. „Der Verein war auf der Suche nach einer Nummer eins, ich denke, das passt gut.“ Im besten Fall ist die wichtigste Position im Team für lange Zeit vergeben. Thronfolger Tobias Ancicka ist erst 19 Jahre alt.

Die EHC-Torhüter und die Fans, das ist von jeher eine besondere Beziehung. „Die stehen hinter dir, weil sie wissen, dass du trotz der Kollegen irgendwie alleine kämpfst“, sagt Niederberger. Als Schlussmann hofft er deshalb ganz besonders, dass er bald schon wieder Unterstützung von den Rängen hat.