Lukas Reichel steht vor einer Karriere in der NHL. Foto: Jan Huebner/Imago Images

Berlin - Berlin Eigentlich sollte Lukas Reichel (17) Ende Juni seinen großen Auftritt haben.   Ursprünglich war vorgesehen, dass er beim NHL-Draft sein Abenteuer Nordamerika startet. Doch der Termin ist verschoben, der Eisbären-Stürmer muss deshalb umplanen.

„Momentan bleibt einem nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis sich das alles wieder beruhigt hat“, sagt Reichel. Zusammen mit Bruder und Mitbewohner Thomas (20) versucht er   deshalb, die Zeit irgendwie rumzukriegen. Neben Netflix schauen, Fortnite zocken und zusammen kochen, stacheln sich die beiden auch an, das Beste aus der Situation zu machen. Lukas: „Wir machen Liegestütze, gehen eine Runde joggen.“

Reichel würde gerne mehr trainieren, aber kann nicht

Höhepunkte aktuell sind die Interviews mit den NHL-Klubvertretern, die zum Gespräch via Facetime bitten: „Mit den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs stand ich zuletzt in Kontakt“, erzählt er. Mit je zwölf Toren und Vorlagen hat er in seiner Debütsaison beim EHC auf sich aufmerksam gemacht.

Reichel hofft, dass er sich bald mit EHC-Fitnesscoach Jake Jensen zusammensetzen kann, um seinen Körper für die NHL-Leistungstests zu stählen. Allerdings ist daran aktuell nicht zu denken. Der Kraftraum im Sportforum ist genauso dicht wie Berlins Fitnessstudios. Um eine große Nummer zu werden, muss Lukas auf jeden Fall noch Masse zulegen.

Davon profitieren dann vielleicht auch die Eisbären. Denn noch steht nicht fest, dass Reichel auch sofort nach Nordamerika wechselt. „Das hängt vom Team ab“, sagt er, „in einer Profiliga entwickelt man sich besser als in einer Juniorenliga.“ Bevor alles konkret wird, müssen die Talente erst mal ausgewählt werden – im Notfall eben per Videoschalte. Reichel: „Auch das wäre einmalig.“