Die Ersten am Pokal: Kapitän Frank Hördler (Mitte) und die Assistenten John Ramage (l.) und Kai Wissmann (r.). Oliver Behrendt

Was für eine Ekstase, was für eine Erlösung! Nie in dieser Saison dröhnte die Schlusssirene so wundervoll. Sie setzt den Endpunkt unter eine Saison, die als wahrlich märchenhaft zu bezeichnen ist. Nummer acht ist vollbracht!

„Diese Meisterschaft ist der Wahnsinn“, sagt Marcel Noebels und Leo Pföderl, Schütze des Siegtores gibt die Devise für die Nacht aus: „Im Feiern waren wir schon immer klasse.“

Die Eisbären sind wieder dort, wo sie hingehören: zurück auf dem Eishockeythron. Und nicht weniger wichtig: Mit diesem Titel dürfen sich die Bären wieder alleiniger Rekordmeister nennen und den Adlern aus Mannheim eine lange Nase drehen!

Doch was interessieren die Adler nach diesem 2:1 (1:1, 1:0, 0:0), wo zur Glückseligkeit nur die Fans auf den Rängen fehlten. Diese Mannschaft hat ihren ganz besonderen Platz in den Geschichtsbüchern so was von verdient. Sie hat das beste Gegenmittel gegen den Coronablues gefunden. Mit ihrer Art Eishockey zu spielen, begeisterten die Eisbären und checkten als eingeschworener Haufen alle Widrigkeiten beiseite.

Pföderl erlöst die Eisbären

Das galt auch für dieses dritte Spiel gegen Wolfsburg: Die Brisanz nahm gleich zu Beginn zu, weil der Wolfsburger Ausgleich zum 1:1 nicht hätte zählen dürfen. Unmittelbar nach dem EHC-Führungstreffer durch Mark Olver (2.) checkte Eisbären-Kapitän Frank Hördler Valentin Busch, der dabei seinen Helm verlor. Den anschließenden Pass auf Mathis Olimb, der 25 Sekunden nach dem 1:0 traf, hätte nicht gespielt werden dürfen. Was EHC-Coach Serge Aubin dann auch emotional bei den Schiedsrichtern bemängelte. Gerade in einem Finale kann eine derartige Fehlentscheidung besonders schmerzen.

Aber die Eisbären sorgten selbst dafür, dass diese Szene nicht in besonderer Erinnerung bleiben wird. Wie groß der Wille war, den Meisterpokal zum ersten Mal seit 2013 wieder in den Händen zu halten, zeigte Kai Wissmann, als er das 2:1 vorbereitete. Der Verteidiger, der für gewöhnlich zu den unauffälligeren EHC-Profis zählt, erkämpfte im Fore-check den Puck, kurvte hinter das Wolfsburger Tor und bediente Leo Pföderl mustergültig zum Siegtreffer.

Und bis zur Erlösung durch die Schlusssirene zeigten die Eisbären das, was sie so oft ausgezeichnet hat: Sie gaben keinen Zentimeter des Berliner Eises preis, scheuten keinen Zweikampf, opferten sich füreinander auf. Um dann im Augenblick des Saisonendes übereinander herzufallen.