So wie Brandon Manning Eisbär Yannick Veilleux an die Bande nagelt, hämmern die Straubing Tigers den Meister im Tabellenkeller fest.
So wie Brandon Manning Eisbär Yannick Veilleux an die Bande nagelt, hämmern die Straubing Tigers den Meister im Tabellenkeller fest. Foto: City-Press/Mathias Renner

Es ist kaum zu glauben, aber leider wahr. Die Eisbären sind weiter nur noch ein Schatten ihrer selbst. 1:2 (0:0, 1:1, 0:1) gegen die Straubing Tigers vor diesmal nur noch 9716 Zuschauern in der MB-Arena, die im Schlussabschnitt auch angesäuert fordern: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Das ist auch das Mindeste, was man am Sonntag beim guten Aufsteiger Frankfurt verlangen kann. Das erste Bully ist am Main diesmal schon um 13.30 Uhr.

Nach der Schlusssirene ist es im Eis-Tempel fast gespenstisch ruhig. Der letzte Dreier ist fast einen Monat her (4:3 gegen Bremerhaven am 4. November), die Lage wird zunehmend kritischer.

Trainer Serge Aubin bleibt zumindest nach außen Optimist: „Ich schaue nicht zurück, was zählt, ist das Spiel gegen Straubing.“ Er stellt diesmal Juho Markkanen ins Tor, Peter Regin und Giovanni Fiore sind als überzählige Ausländer ganz raus.   

Und: Aubin baut wieder seine Angriffsreihen und Abwehr-Formationen um, will neue Reize setzen. Von ihm gibt es den Satz: „Bei uns kann jeder mit jedem spielen.“ Aber vielleicht gilt der eher, wenn es läuft, als in der jetzigen Situation, wo jeder mehr oder weniger mit sich selbst beschäftigt ist. 

Marco Nowak kassiert Spieldauer-Strafe

Straubing ist zwar immer ein unangenehmer Gegner (und fest in der oberen Tabellenhälfte verankert), aber eigentlich auch ein gern gesehener Gast (in zwölf Spielen zuvor nur ein Auswärtsdreier). Aber bei den total verunsicherten Eisbären können die Tigers beinahe so auftrumpfen wie am heimischen Pulverturm.

Verwunderlich, dass sie bis ins zweite Drittel für die Führung brauchen, die Travis St. Denis gutgeschrieben wird (23.). Für den Ausgleich durch Kevin Clark braucht der EHC eine doppelte Überzahl (28.). Zu allem Überfluss kassiert Marco Nowak kurz vor Ende des zweiten Abschnitts nach einem Knie-Check gegen Luke Adam noch eine 5-Minuten Strafe plus Spieldauer. Die lange Überzahl nutzt Ex-Bär Parker Toumie schließlich zum entscheidenden 1:2 (45.).   

Unterm Strich bleibt das nächste Spiel, in dem die Eisbären hinten bedenklich wackeln und nach vorn erschreckend harmlos sind. Puh!

Horror-Szenario ist gerade ziemlich nah

Noch mal zum Nachlesen: Platz 13 ist nicht nur schlecht und jenseits jeder Selbstverständlichkeit des neunmaligen DEL-Meisters, Platz 13 ist auch nur ein Rang vor einem (möglicherweise) direkten Abstiegsplatz. Die Liga will zurück zu 14 Teams, wenn der DEL2-Meister die Lizenz fürs Oberhaus bekommt, dann ist neben dem Schlusslicht auch der Vorletzte (Platz 14) weg.

Ohne Bonus, ohne Hintertür, ohne Irgendwas. Versenkt! Da heißen die Gegner dann Heilbronn, Selb, Ravensburg und Weißwasser (was immerhin für Nostalgiker einen gewissen Reiz hätte). Noch kann sich niemand in ganz Eishockey-Deutschland - und schon gar nicht in Berlin - vorstellen, dass das den Eisbären passieren könnte.

Aber das Horror-Szenario ist gerade ziemlich nah. Augsburg macht als 14. mit dem 0:1 nach Verlängerung in Schwenningen (da, wo der EHC am Mittwoch mit 2:6 satt auf die Senkel bekam) mit einem Spiel weniger einen weiteren Punkt gut, liegt nur noch zwei Zähler hinter den Eisbären zurück ...

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