Müsste man Ratlosigkeit bebildern, träfe es diese Szene der Eisbären Berlin schon recht gut: (v.l.) Leo Pföderl, Matt White und Brendan Guhle.
Müsste man Ratlosigkeit bebildern, träfe es diese Szene der Eisbären Berlin schon recht gut: (v.l.) Leo Pföderl, Matt White und Brendan Guhle. Foto: City-Press/Mathias Renner

So langsam nimmt es dramatische Züge an. Die Eisbären verlieren weiter. Gegen die Schwenninger Wild Wings gibt es  ein 2:4  (2:1, 0:2, 0:1). Vor nur (oder erstaunlicherweise immer noch) 9879 Zuschauern in der MB-Arena. Jetzt sind es elf Spiele ohne volle Punkte, der letzte Dreier datiert vom 4. November (4:3 gegen Bremerhaven). Am Sonntag geht's nach Augsburg (19 Uhr) - zum Showdown. Zum ultimativen Keller-Duell. Gibt es wieder keinen Sieg nach 60 Minuten, dann herrscht endgültig Alarmstufe Dunkelrot.

Soweit ist es schon gekommen: Die Eisbären müssten eigentlich ein Dankeschön zum Erzrivalen nach Mannheim schicken. Mit ihrem 3:1 gegen Augsburg halten die Adler die Panther für die Eisbären in Reichweite. Verrückt!

Unfassbar auch: Der Meister der vergangenen beiden Jahre wollte den Titel-Hattrick, jetzt droht immer verschärfter der Abstieg. Woche für Woche, Spiel für Spiel gibt's für immer wieder zart aufkeimende Hoffnung den nächsten brutalen Dämpfer. Der DEL-Rekordmeister ist zurzeit nur noch Meister in der Rubrik Selbstdemontage. Es ist so bitter. So frustrierend. 

Goalie Tobi Ancicka frisst zwei üble Gurkentore

Gegen Schwenningen geht nach dem frühen 0:1 durch Phil Hungerecker (2.) tatsächlich erst mal was in die richtige Richtung. Leo Pföderl mit einem satten Hammer ins kurze Eck (6.) und Kevin Clark mit einem Abfälscher nach einem Schuss von Frank Hördler (11.) sorgen für eine 2:1-Führung. Immerhin.

Doch dann kommt der zweite Abschnitt. Mit Gegentoren einfach nur noch zum Heulen. Erst zieht Ex-Eisbär John Ramage ab, der Puck springt von Goalie Tobias Ancicka an den Körper von Schwäne-Stürmer Tylor Spink, der sich vorm Gehäuse mit Brendan Guhle beharkt, und gurkt von da über die Linie - 2:2 (31.).  

Blöder geht es nichts? Von wegen! Beim 2:3 durch Miks Indrasis 30 (!) Sekunden vor der Drittelsirene hat Ancicka den Puck scheinbar sicher. Denkste. Irgendwie purzelt er aus der Ausrüstung des Goalies. Als der das bemerkt, will er sich auf die Scheibe setzen, schafft das nicht ganz und der Lette stochert sie rein (40.). Oh Mann.

Eric Mik ist zurück, Norwin Panocha gibt Debüt

Ancicka das Debakel in die Schlittschuhe zu schieben, ist dann aber doch zu billig. Zu oft wird der junge Schlussmann von den Vorderleuten im Stich gelassen. Zu groß ist wohl auch die Bürde, die ihm die Bosse nach zwei Jahren als Back-up von Hexer Mathias Niederberger als neue Nr. 1 aufdrücken. Dass ausgerechnet der 21-Jährige im momentanen Bären-Chaos als einziger die Ruhe bewahrt und Fels in der Brandung ist, das ist zu viel verlangt. PS: Das 2:4 gibt's ins leere Tor durch Tyson Spink (60.).

Im andauernden Elend geht unter: Eric Mik ist nach seiner Handverletzung beim Deutschland-Cup zurück. Auch der Verteidiger, bis zu seiner Zwangspause wohl der einzige halbwegs formstabile Eisbär, kann den negativen Lauf nicht stoppen. Erst recht nicht Norwin Panocha. Das 17-jährige  Abwehrtalent der Juniors gibt sein DEL-Debüt, ist mit 2:27Minuten Eiszeit dabei.

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