Pokal überm Kopf, Medaille um den Hals – Morgan Ellis feiert seine Traum-Saison. Foto: City-Press

Morgan Ellis betrachtet Berlin im Moment nur aus der Ferne. Der Eisbären-Verteidiger genießt mit Ehefrau Brittany und den beiden Söhnen Nash (3) und Bowen (2) die freien Tage zu Hause auf den kanadischen Prinz-Edward-Inseln.

Hier schlüpfte Ellis vor 25 Jahren zum ersten Mal in die Eishockey-Stiefel. In den Spielbetrieb stieg Morgan später bei den Cape Breton Screaming Eagels ein. Zufälle gibt’s. Dort sprintete zwei Jahre auch der Berliner Leon Gawanke über das Eis. Leon spielt jetzt in Winnipeg, trainiert im Moment mit den Eisbären im Welli.

Zwei Eisbären auf den Spuren von Morgan Ellis

Später stemmte sich Ellis bei den Chicago Wolves den Angriffen der Konkurrenten entgegen. Im Farm-Team der Chicago Blackhawks trieb in der vergangenen Saison Lukas Reichel die Scheibe. Die Welt des Eishockeys ist eben übersichtlicher, als man gemeinhin denkt.

Bei den Montreal Canadiens bestritt der heute 30 Jahre alte Ellis drei NHL-Spiele. Da die Aussichten auf einen Stammplatz nicht rosig waren, entschloss sich der Abwehrrecke zum Sprung nach Europa. Der Reiseplan durch die europäischen Ligen begann bei den Kölner Haien und führte über Schwedens Färjestad und Skellefta ins russische Sotschi. Über den lettischen  Dinamo Riga ging es zurück nach Deutschland.

Europa-Tournee endet beim Glücksfall Eisbären

Zunächst war Ingolstadt das Ziel, danach landete Morgan schließlich bei den Eisbären. „Es ist ein großartiges Leben, das ich führen darf. Aber das geht nur, wenn man das große Glück hat, eine Frau, wie in meinem Falle, an der Seite zu wissen, die viele Opfer bringt und die Familie zusammenhält“, sagt der 1,86 Meter große Abwehrstratege.

Ellis empfindet es als große Eingebung, ausgerechnet im Olympia-Jahr zu den Eisbären gestoßen zu sein. „Ich bin nicht nur bei einer guten Mannschaft gelandet, mit der ich sogar den Meistertitel feiern konnte. Ich geriet durch die Eisbären und unsere erfolgreichen Spiele auch in den Blickpunkt unserer Olympiatrainer“, freute sich Ellis.

Kanada-Trainer entdecken Morgan Ellis bei den Eisbären für Olympia

Der Kanadier fehlte bei fünf der 55 DEL-Eisbären-Hauptrundenspiele. Zum Glück lag die Fehlquote nicht an einer Verletzung. Vielmehr schwang er den Schläger für Kanada in Moskau beim Chamel On Cup. Dort überzeugte Ellis die Trainer. Sie beriefen den Eisbären zunächst in das erweiterte Olympia-Team und dann sogar in die Stammmannschaft. Danach schwärmte Ellis: „Definitiv ist für mich ein Traum wahr geworden. Ich fühle mich geehrt, dass ich bei Olympia für mein Land spielen durfte.“ Im Viertelfinale war beim 0:2 gegen Schweden Endstation.

Mit dem olympischen Erlebnis aus Peking zurück, schien Ellis mit neuer Luft aufs Eis zu laufen. „Ich fühlte mich gut, und je näher wir dem Play-off-Finale kamen, desto mehr wuchs bei mir die Sicherheit in der Abwehr und bei den Pässen.“

Nach drei Wochen Pause trabt Ellis über seine grüne Insel am Golfstrom, um am 30. Juli fit für die Champions League in Berlin aufzuschlagen.

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