Giovanni Fiore trägt ab sofort das Eisbären-Trikot. Foto: imago images

Der erste Schock ist verdaut. Nachdem das Heimspiel der Eisbären im MagentaSport Cup am Donnerstag gegen die Adler Mannheim wegen positiver Coronafälle beim EHC auf Dienstag verschoben werden musste, führt Trainer Serge Aubin (45) seine gesunden Spieler am Freitag wieder aufs Eis, um zumindest einen Tag vor dem Spiel gegen den EHC Red Bull München am Sonnabend in der MB-Arena (17 Uhr, live auf MagentaSport) trainieren zu können.

„17, 18 Spieler sollten wir schon haben“, sagt EHC-Boss Peter John Lee (64). Welche Spieler genau und wie viele überhaupt im Team an Covid-19 erkrankt sind, darüber gab er keine Auskunft. Die gute Nachricht aber lautet: Den Betroffenen geht es gut, sie zeigen keine Symptome. Und weil die letzten Tests beim Rest der Mannschaft negativ ausgefallen waren, steht einer Rückkehr aufs Eis nichts im Wege.

Mit an Bord wird Neuverpflichtung Giovanni Fiore (24). Der Kanadier soll die zuletzt schwächelnde Offensive verstärken. „Giovanni Fiore ist ein Goalgetter und eine sehr gute Verstärkung für uns. In seinem letzten Juniorenjahr hat er über 50 Tore geschossen, in seiner ersten AHL-Saison fast 20 Treffer erzielt. Über unsere Kooperation mit den LA Kings hatten wir so die Möglichkeit, einen Spieler zu verpflichten, der in dieser Spielzeit normalerweise für Ontario in der AHL gespielt hätte“, erklärt Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer. In der Saison 2017/2018 lief er einmal für die Anaheim Ducks in der NHL auf.

Corona könnte DEL-Saison bestimmen

Dennoch stellt sich weiterhin die Frage, wie sich der Austausch von Spielern zwischen den Bären und de Lausitzer Füchsen, dem Partnerteam aus der DEL, organisieren lässt. Ein Großteil der Mannschaft aus Weißwasser wurde positiv getestet. Was unter anderem dazu führte, dass auch die EHC-Leihgaben Thomas Reichel (21), Eric Mik (20), Fabian (22) Dietz sowie Keeper Tobias Ancicka (19) vergangene Woche bereits in Quarantäne mussten. Ancicka verpasst dadurch sogar die U-20-WM.

Natürlich erhöht der Pendelverkehr zwischen Berlin und der Lausitz die Risiken, sich zu infizieren. Lee sagt deshalb: „Wir müssen das richtig gut organisieren.“ Dennoch sieht er schon erhebliche Fortschritte im Umgang mit Corona im Laufe dieses Jahres. „Es ist wichtig zu sehen, dass bei positiven Fällen nicht immer gleich die ganze Mannschaft in Quarantäne muss.“

Aber dieser Fall gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was der Deutschen Eishockey Liga (DEL) blühen könnte, wenn es ab dem 17. Dezember wieder um die Meisterschaft geht. „Es kann immer vorkommen, dass ein Team betroffen ist“, sagt Lee. „Aber wir haben gesehen, dass dann auch nicht alles zusammenbricht.“