Sean Backman geht es nach seiner schweren Gehirnerschütterung wieder besser. imago-images

Kalifornien. Sehnsüchte und Wünsche verbinden sich mit dem US-Bundesstaat an der Westküste. Von Urlaub über Filme bis hin zu Sonne und Muckibude am Strand. Die Eisbären und ihre Fans packen noch einen drauf: Werde gesund! Seit Februar kämpft Sean Backman zu Hause mit den Folgen einer Gehirnerschütterung. Die erlitt er Ende November in Nürnberg, als er nach einem Brutalo-Check mit dem Kopf in die Bande gekracht war. Jetzt hat der Stürmer herausragende Neuigkeiten. „Mir geht es gut.“

  Backman sitzt beim Instagram-Gespräch mit den Eisbären im Garten. Die Hecke im Hintergrund ist akkurat geschnitten, natürlich scheint die Sonne. Unterm Cap drängeln sich kleine Löckchen hervor. Sie sind das einzige Anzeichen, dass auch in den USA alles anders ist. „Ja, ich überlege noch, ob meine Frau  mir die Haare schneiden soll oder ob ich sie wachsen lasse. Als ich jung war, hatte ich sehr lange Haare.“

„Jung“ hört sich aus dem Mund eine Mannes, der vor wenigen Tagen 34 Jahre alt wurde, irgendwie komisch an. Aber verständlich. Backman ist Familienvater, Sohn Bo (zweieinhalb) hält ihn auf Trab, sein Töchterchen wird nächsten Monat ein Jahr alt. Zu ihrem Geburtstag hofft Backman auf ein paar Lockerungen im Corona-Shutdown. „Vielleicht sind die Spielplätze und der Strand wieder offen.“

Heimische Reha

Er selbst hat an seinem Geburtstag erlebt, was ihm derzeit so alles fehlt. Ganz oben stehen die Eisbären. Mit jedem guten Wunsch aus dem Team und dem Umfeld stieg die Sehnsucht, endlich wieder übers Eis zu jagen. Dafür sieht es gut aus. Mit viel Geduld und noch mehr Akribie zieht Backman seinen Reha-Plan durch.

„Die Einrichtung ist zwar geschlossen, aber ich kann viele Dinge selbst machen und halte mit den Ärzten und dem Rehapersonal Kontakt“, berichtet er und ist zwar noch nicht bei 100 Prozent, aber schon richtig weit.

Fahrradfahren, Joggen, Fitnessprogramm machen ihn wieder bärenstark, auf den Rollerblades kann er das Gefühl vom Eislaufen spüren. Einziger Wermutstropfen: Dort, wo die Sonnenbrille nicht schützt, hat er einen Sonnenbrand.

Sean will be back! Dieser Spruch muss beim Kalifornier sein. So wie Arnold Schwarzenegger in den Hollywoodstreifen wird auch Backman wieder aufräumen. Auf dem Eis, versteht sich. Bis dahin genießt er die Zeit mit der Familie, liest, schaut „sicher zu viel“ Fernsehen und ist auf Twitter, Tik tok, Snapchat und Instagram unterwegs.  Dort kommt er aus dem Staunen manchmal nicht raus. Kaum hat er angemacht, ist Eisbären-Kollege Maxim Lapierre schon da. „Dass er bei seinen vier Mädels so viel Zeit hat“, sagt Sean und freut sich über die heile kleine Eisbären-Welt.