Da ist das Ding! Eisbären-Kapitän Frank Hördler stemmt in München den Meister-Pokal. City-Press

Puck, Puck, hurra! Die Eisbären sind wieder/weiter da! Und zwar als Meister! 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) zerlegen sie Red Bull in München, machen um exakt 21.53 Uhr in der Best-of-five-Finalserie schon in Spiel 4 den Sack zu. Der neunte Titel! Der Rekordmeister packt noch einen drauf. Um 22.09 Uhr reckt Frank Hördler, der auch zum MVP der Play-offs gewählt wird, erneut den Pokal in Höhe. Auch für den Kapitän ist es die neunte Meisterschaft. Unfassbar. Der Rest ist Jubel, Jubel, Jubel, Gold-Konfetti. Wie singen doch die Puhdys in der EHC-Hymne: „Sie sind die Könige auf dem ewigen Eis ... “

Der alte und neue Meister ist in nur einem Wort: meisterlich! Konzentriert bis in die letzte Fellspitze, immer den Kopf oben und wenn es drauf ankommt, eise-, eise-, eisekalt! Münchens erste Angriffswelle gebrochen mit einem Konter, Münchens wildes Aufbäumen im zweiten Abschnitt beendet mit einem Doppelschlag innerhalb von 51 Sekunden, das Ganze garniert mit einem Powerplay-Treffer (37.) und einem Schuss ins leere Tor.

Eisbär Matt White sorgt für „Magic White Night“

Was für ein Auftritt! Was für eine Demonstration des Hauptrundenersten beim -zweiten! Was für eine sensationelle Leistung aller Eisbären. Und trotzdem: Zwei Asse stechen dann doch noch heraus.

Der Abend in der mit 5533 Zuschauern wieder restlos ausverkauften, aber sich in Sachen Lautstärke von den Rängen fest in Berliner Hand befindlichen Olympia-Eishalle wird zur „Magic White Night“. Matt White, mit 28 Toren schon in der Hauptrunde bester EHC-Knipser, hebt sich sein Bestes auf bis zum Schluss.

Beim 1:0 einen Konter eiskalt abgeschlossen (9.), das 2:0 von Frans Nielsen (25.) mit einem tollen Pass vorbereitet, beim 4:0 nach einem Schuss von Kai Wissmann die Kelle reingehalten und den Puck entscheidend abgefälscht (37.). Das 5:0 (60.) ins leere Tor vollendet. Drei Tore und ein Assist in einem Finale-Spiel - ganz großes Kino! Nur am 3:0 durch einen knochentrockenen Schuss von Leo Pföderl (25.) hat White keine Aktie, freut aber auf der Bank riesig mit.

Eisbär Mathias Niederberger hext alles weg

Übertroffen wird er nur noch von Mathias Niederberger. Der Hexer wird für die Bullen zum roten Tuch, bringt sie mit Zauberparaden am Fließband zur Verzweiflung, hat am Ende 32 teilweise schwerste Schüsse entschärft. Ein Shutout im entscheidenden Finale. Wie schon im dritten (und letzten) Viertelfinale, wie im fünften Halbfinale. Der absolute Wahnsinn.

EHC-Sportchef Stéphane Richer lobt schon vor dem Schlussabschnitt: „Mathias macht den Unterschied.“ Und zeigt seinem künftigen Arbeitgeber, auf wen der sich freuen kann. München-Trainer Don Jackson: „Schade für uns, aber Niederberger war einfach großartig.“

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann staunt

Foto: City-Press
Hatte wohl auf einen Sieg von München gesetzt ... FC-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist live in der Olympia-Eishalle und mit dem Spielverlauf sichtlich nicht ganz zufrieden.

Wer da kommende Saison im RB-Tor steht, davon macht sich auch ein echter Meister-Trainer persönlich ein Bild. Bayern-Coach Julian Nagelsmann hat einen Blick dafür, schnürte früher als Verteidiger selbst die Schlittschuhe und ist sogar, „wenn's geht, einmal in der Woche mit dem Trainerteam des FC Bayern selbst hier auf dem Eis“.

Der Fußball-Meister hofft nach dem ersten Drittel zwar noch auf ein fünftes Spiel, sieht aber da auch schon: „Berlin macht das schon sehr, sehr stark.“ Keine Frage, Nagelsmann hat auch richtig viel Ahnung von Eishockey.

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