Lohn für die harte Arbeit in schwierigen Zeiten: Titel Nummer acht. Foto: dpa/Andreas Gora

Dieser achte Titel der Eisbären wird wohl als der ungewöhnlichste in die Geschichte eingehen. Die erste Meisterschaft 2005 war erlösend, weil die Ex-Dynamos zum ersten Mal den Thron bestiegen haben, 2012 ging es besonders spektakulär zu, weil der EHC im vierten Finalspiel einen 2:5-Rückstand in Mannheim drehte und den Adler die vorbereitete Meisterparty crashte. Eine Geistersaison wie 2020/2021 wird es hoffentlich nie wieder gegeben. Aber sie wird sich für ewig ins Gedächtnis einbrennen, weil sie sich von allem bislang Bekannten so dramatisch unterschied.

Meister in Coronazeiten zu sein, ist kein Makel. Vielmehr haben die Eisbären gezeigt, was Teamgeist bedeutet. Mit jedem Tag in dieser Saison sind sie enger zusammengerückt und haben in den Playoffs ihr Meisterwerk abgelegt. Anders als Mannheim oder München, die vor der Saison wie jedes Jahr als Favoriten galten, sind sie gestolpert, aber haben sie sich auch in diesem besonderen Best-of-three-Modus nicht aus dem Tritt bringen lassen.

Aussicht auf eine Meisterparty mit Fans

Einige Titel in der Vergangenheit waren erwartbar, weil die Eisbären das deutsche Eishockey dominierten und die Konkurrenz den EHC um Eis-Granaten wie Steve Walker, Denis Pederson oder Stefan Ustorf, deren Trikotnummern heute unter dem Hallendach hängen, beneidete. Auch diese Meistermannschaft ist mit herausragenden Könnern gespickt, aber sie ist vor allem so stark, weil jeder seine Rolle perfekt angenommen hat.

Und selbst wenn der eine oder andere Spieler womöglich die Eisbären wieder verlassen wird, weil die Pandemie eben auch für außergewöhnliche Umstände auf dem Transfermarkt sorgte, ist davon auszugehen, dass dieser besondere Geist im Team bestehen bleibt. Womit die Eisbären auch in der kommenden Saison ein heißer Kandidat auf den Titel sein werden. Und dann hoffentlich auch eine krachende Meisterparty mit den Fans feiern können.