Cool, cooler, Matt White. Der US-Boy posiert mit dem Meisterpokal der Eisbären für die Kamera. Foto: dpa/Andreas Gora

Über den Dächern von Berlin schwenkte im „Weekend-Club“ in 85 Metern Höhe am Alexanderplatz Matthew White auf der Meisterfeier noch einmal den Meisterpokal. „Die Feier hat mir nicht nur wegen des traumhaften Mai-Wetters gefallen. Es war auch eine Abschiedsparty, einige Spieler verlassen jetzt die Eisbären und mit den meisten von ihnen habe ich zwei beeindruckende Meisterschaften gewonnen“, sagt Matthew White, den alle nur Matt nennen.

White zog es zwar auch zurück in die kalifornische Heimat. „Aber im Juli zur Saisonvorbereitung bin ich wieder hier“, verspricht der 32-Jährige. Der 1,78 m große Flügelstürmer schoss sich bei den Eisbären-Fans mit 32 Toren und 41 Vorlagen in der Beliebtheitsskala ganz weit nach oben. Schon in der vergangenen Corona-Saison trug Matt mit 26 Toren in den nur 41 Spielen entscheidend zum Meisterschaftsgewinn bei. „Zwei Landemeistertitel betrachte ich als die größten Erfolge in meiner Karriere“, gibt der Stürmer unumwunden zu.

Die Titel mit den Eisbären sind Matt Whites größte Erfolge

Dabei glänzte Matt aus dem kalifornischen Whittier bereits in Junior-Jahren als ein Junge mit Torriecher. Schon mit 16 Jahren verließ Matt sein Elternhaus, um an seiner Eishockey-Karriere zu arbeiten Es hat sich gelohnt. Als er das Team der Ohama Lancers mit 17 Jahren verließ, war er mit 35 Treffern bester Torjäger. In den anschließenden drei Jahren im Team der Uni of Nebraska Amaha tauchte der Name Matt White in der Collegeliga ebenfalls immer wieder ganz oben in der Torschützenliste auf.

White begnügte sich nicht nur mit dem Puckspiel. Im Sommer stieg er auf Skater um. 2013 beriefen ihn die Trainer in das US-Inlinehockey-Nationalteam für die WM im slowenischen Ljubljana. Die Stadt gefiel dem US-Boy. Er unterschrieb einen Vertrag beim Eishockey-Team von Olympia Ljubljana. Nach nur 13 Spielen war er wieder weg.

Matt White kam mit dem US-Inlinehockey-Nationalteam nach Europa

Matt White erzielt im vierten Meisterfinale das 1:0 für die Eisbären. Münchens Keeper Henrik Haukeland ist geschlagen. Foto: dpa/Peter Kneffel

Die slowenische Eishockey-Kultur hatte so gar nichts mit dem zu tun, was Matt aus seiner Heimat gewohnt war. Er schloss sich zunächst den Ontario Reign und den Manchester Monarchs an, ehe er später zu den Milwaukee Admirals ging. Dort erregte Matt die Aufmerksamkeit der Augsburger Panther. Schon in der Fugger-Stadt schoss er sich in der Scorerliste nach oben.

Den Tordrang in Berlin begründet der US-Boy nachdrücklich mit der Wohlfühl-Umgebung in der Stadt: „Die Eisbären empfinde ich als sehr gute Organisation, übertroffen werden sie für meine Frau und mich aber noch durch die Stadt. Berlin ist einfach wunderbar. Es ist unsere zweite Heimat.“ Da stand einer Vertragsverlängerung mit den Eisbären nichts im Wege. „Wenn es nach mir geht, bleibe ich möglichst lange ein Eisbär“, sagt White. Das ist doch eine Liebeserklärung für Berlin und die Eisbären.

Matt White: Liebeserklärung für Berlin und die Eisbären

Die tolle Trefferquote will Matt keineswegs nur für sich in Anspruch nehmen: „Ich habe starke Mitspieler wie Fiore und Nielsen, die mir für meine Torschüsse die Scheibe auf die Kelle legten.“ Auf seine Meinung können sich die Eisbären durchaus etwas einbilden, denn der in Los Angeles geborene Matt kennt sich in der Welt des Pucks gut aus. Nach seinen beiden Jahren in Augsburg kehrte er Deutschland den Rücken. „Ich spielte in der KHL bei Nischnekamsk in Russland. Die Stadt liegt in Tartastan und wurde erst vor 65 Jahren gegründet“, erklärt der Torjäger. Nach einer Saison in der Erdölstadt wechselte White zu Dinamo Riga in Lettland. Es hielt ihn nur für 20 Spiele dort. „Als vor zwei Jahren das Angebot der Eisbären kam, habe ich mich riesig gefreut. Von meinen beiden Jahren in Augsburg wusste ich, wie schön es in Deutschland ist“, zeigt Matt Emotionen.

Matt White nicht für USA-Olympiaauswahl nominiert

Der Außenstürmer sieht jetzt den Spielen mit den Panthern aus Augsburg immer gern entgegen: „Den einen oder anderen der Jungs kenne ich noch. Da sage ich gern mal Hallo. Auf dem Eis spielt die alte Bekanntschaft keine Rolle. Da will ich für die Eisbären Tore schießen.“ Schließlich lechzt der Stürmer nach Siegen, wie er gesteht: „Die Meisterschaft im vorigen Jahr hat mich tief beeindruckt und war ein großes Erlebnis für mich. Es war übrigens mein erster Landesmeistertitel.“

Warum Matt White bei seinen Torjäger-Qualitäten nicht für die USA-Olympiaauswahl oder die WM nominiert wurde – der Ami zuckt mit den Schultern: „Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass mich der USA-National-Trainer David Quinn gar nicht kennt.“

Macht nichts, die Eisbären freuen sich jedenfalls über die meist wunderbaren White-Tore.

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