Mit seinem zweiten Tor des Tages sorgt Frans Nielsen für den Sieg der Eisbären bei Red Bull München und schreit seinen Jubel raus. City-Press/Marco Leipold

Der totale Eis-Wahnsinn nimmt ungebremst seinen Lauf. In der zweiten Verlängerung, nach exakt 83:37 Spielminuten, gewinnen die Eisbären Final-Marathon Nr. 2 in München 3:2 (1:1, 0:0, 1:1/0:0, 1:0), gleichen in der Best-of-five-Serie zum 1:1 aus. Und die wilde Hatz kennt keine Pause. Spiel 3 steigt schon am Montag in der Arena am Ostbahnhof (19.30 Uhr).

Mann des Spiels ist der Oldie: Frans Nielsen (38) sorgt nicht nur fürs zwischenzeitliche 2:1 (41.), der Däne mit der Erfahrung von 949 NHL-Spielen trifft auf der Zielgeraden seinen großen Karriere auch zum Sieg (84.). Helm ab!

Diese Eisbären sind unkaputtbar

Doch was für Nielsen gilt, gilt insgesamt für diesen Eisbären-Jahrgang 2201/22: ein verschworener Haufen, wo jeder für den anderen durch dick und dünn geht. Geballte Klasse auf dem Eis und anscheinend auch unkaputtbar.

Zwischen Halbfinale Nr. 5 und Finale Nr. 1 liegen nicht mal 24 Stunden, nach einem (Reise-)Tag Pause geht Finale Nr. 2 in München auch noch in eine irre Extraschicht. Akkus leer? Woher denn!

Köpfe unten nach dem ersten Duell, das trotz 3:0-Führung am Freitag 3:4 verloren ging? Vergiss es! Kevin Clark: „Das ist längst vergessen, wir haben darüber gesprochen und fertig. Alles, was uns noch interessiert, ist heute.“

Eisbär Leo Pföderl mit Blitz-Ausgleich

Dass die Roten Bullen vor 5533 Zuschauern in der Olympia-Eishalle (darunter auch ein wie immer sehr lauter Eisbären-Block) loslegen wie rote Bulldozer, weil sie glauben, der amtierende Meister ist platt? Völlig (weiß-)wurscht.

Auch, dass München durch Trevor Parkes 1:0 führt, ist kein Problem. Leo Pföderl gibt nur 35 Sekunden später mit dem 1:1 (beide 13.) die knackige Antwort.

Ja, diese Bären knicken auch nicht ein, als nach Nielsens erstem Tor München nur 133 Sekunden vor der Schlusssirene wieder durch Parkes ausgleicht. Kai Wissmann verzieht nicht eine Miene, als er sagt: „Es ist noch genug im Tank zum Kämpfen.“

Eisbär Frans Nielsen trifft und lobt

Und zum Siegen. Nach dem Schuss ins lange Eck ist auf dem Eis und auf den Rängen alles fest in Berliner Hand. Schütze Nielsen, der in seinem langen Eishockey-Leben alles schon erlebt hat, lobt: „Es war hart, aber wir haben eines unserer besten Spiele der Saison gemacht.“

Als es drauf ankommt, als nicht viele mehr damit rechnen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Eisbären geben niemals auf! Nie, nie nie! In der Final-Serie geht’s wieder bei null los. Das Heimrecht ist grandios zurückgeholt, am Montag wird die MB-Arena beben.

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