Ryan Olsen (r.) ist wieder mal auf 180, muss von Linesman Nikolaj Ponomarjow erst mal beruhigt werden.
Ryan Olsen (r.) ist wieder mal auf 180, muss von Linesman Nikolaj Ponomarjow erst mal beruhigt werden. Foto: Moritz Eden/City-Press

Erstmals seit 22 Jahren sind die Eisbären bei den Play-offs der DEL nur Zuschauer. Wenn das ganz frühe Saison-Aus des Rekordmeisters (9 Titel) überhaupt etwas Gutes hat, dann, dass die Bosse diesmal bei der Planung für die neue Spielzeit keinen Zeitdruck haben. Umso mehr sorgt eine Personalie für Kopfschütteln: Mit Ryan Olsen (28) soll ausgerechnet der unfairste Spieler der ganzen Liga nach Berlin wechseln.

Offiziell ist der Wechsel noch nicht, aber es verdichten sich die Anzeichen. Es gibt sogar Stellen, die glauben zu wissen, dass der Deal schon durch ist. Wie auch immer: Das große Plus des in Delta/Kanada geborenen Stürmers ist, dass er auch einen deutschen Pass hat und so das Ausländerkontingent nicht belastet. Aber sonst?

Die Statistik spricht nicht für Ryan Olsen

Beim Blick in die Hauptrunden-Statistik des Frankfurters gibt es nichts, was Olsen zu einem Unbedingt-Kandidaten bei den Eisbären macht. 9 Tore, 6 Assists, 1 Powerplay-Tor, in der Plus/Minus-Statistik steht eine minus 9, durchschnittlich 14:30 Minuten pro Partie auf dem Eis. Und das alles in 39 von maximal 56 Spielen der Hauptrunde.

Olsen war nicht etwa öfter mal länger verletzt, nein, die DEL zog ihn regelmäßig aus dem Verkehr. Olsen ist einer, dem schnell mal die Sicherungen rausfliegen. Das beweist sein Strafen-Katalog: Am 25. September 2022 beließen es die Regelhüter noch bei einer  mündlichen Ermahnung, zwei Tage später folgte eine Sperre für zwei Spiele.

Am 18. Oktober kassierte Olsen wegen einer „Unsportlichkeit“ eine große Strafe, die nächste folgte am 28. Oktober wegen „Fighting“, am 6. November leistete sich das Raubein die nächste Unsportlichkeit, die DEL verhängte eine Fünf-Spiele-Sperre.

Lernen die Eisbären nicht aus Fehlern?

Damit nicht genug. Am 28. Dezember gab es nach einem groben Foul satte sieben Spiele Zwangspause seitens der Liga. Die Krönung folgte im ersten Pre-Play-offs in Düsseldorf (0:5). Wegen eines Stockstichs außerhalb des Spiels gegen Victor Svensson ist er jetzt für zehn (!) Spiele auf Eis gelegt.

Das ist nicht nur unsportlich, sondern auch rücksichtslos, weil Olsen Verletzungen der Gegner billigend in Kauf nimmt. Zusammen macht das nur für die Hauptrunde: insgesamt 14 Partien gesperrt verpasst, dazu kommen noch 91 Strafminuten, was noch mal eineinhalb Begegnungen sind.

Da ja nicht zu erwarten ist, dass Frankfurt jetzt ins Halbfinale stürmt, würde er mehr als den Beginn der neuen Saison verpassen. Und da fragt man sich schon, ob die Eisbären aus Fehlern nicht schlau geworden sind. Der Fehlstart in die aktuelle Saison war die Grundlage fürs blamable Scheitern. Und natürlich gilt weiter: Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele. Darüber, dass ihm die DEL als Wiederholungstäter beim nächsten Vergehen vielleicht 15 Spiele aufbrummt, gar nicht zu reden …

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