In einer verkorksten Saison war Giovanni Fiore öfter mal der Matchwinner, durfte den Jubel mit den Fans anführen.
In einer verkorksten Saison war Giovanni Fiore öfter mal der Matchwinner, durfte den Jubel mit den Fans anführen. Foto: Jan-Philipp Burmann/City-Press

„Wie die Alten sungen, zwitscherten auch die Jungen.“ Das war vielleicht früher einmal so. Im Eishockey stimmt dieser alte Liedtext längst nicht mehr. Wie der aktuelle Kader-Kehraus der Eisbären eindrücklich beweist.

Tobias Ancicka (22), Bennet Roßmy (19), Marco Baßler (23), Jan Nijenhuis (21) und Juho Markkanen (20) geben ihre Eisbären-Ausrüstung zurück. Besonders im Falle Ancicka ist das schade.

Der Keeper gewann mit kräftiger Unterstützung von Eisbären-Torwarttrainer Sebastian Elwing (43) in letzter Zeit ziemlich an Stärke. Jetzt zieht er weiter nach Köln. Den Hut muss man vor Ancicka ebenso wenig ziehen wie vor Roßmy.

Bennet Roßmy auf den Spuren von Daniel Fischbuch

Der Stürmer wurde zwar als bester DEL-Nachwuchsspieler geehrt, aber das war wohl mehr den guten Spielen in der U20-Nationalmannschaft geschuldet. Bei den Eisbären fiel er nicht sonderlich auf. In Düsseldorf kann das durchaus anders sein.

Als Beispiel sei Daniel Fischbuch (29) genannt. Beim EHC lief er als graue Maus über das Eis, galt als Chancentod. Dann ging er 24-jährig nach Nürnberg. Später in Düsseldorf wuchs er zum Nationalstürmer heran, ist jetzt sogar in Mannheim im Gespräch. So eine Karriere sei auch Roßmy gegönnt, selbst wenn sein Weggang schmerzt.

Viel schwerer als Roßmy schlägt aber noch der Abgang von Giovanni Fiore (26) ins Kontor. Der Kanadier legte in seinen drei Jahren in Berlin von Saison zu Saison zu, war jetzt mit 21 Treffern sogar bester Torschütze. Ersatz? Schwer zu bekommen!

EHC-Sportboss Stéphane Richer braucht Argumente

Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer (56) versprach allerdings: „Wir warten die Play-offs ab und dann sehen wir uns um.“ Wenn es da mal nicht zu spät ist. Aber es ist sowieso davon auszugehen, dass der leidenschaftliche Dealmaker schon Nägel mit Köpfen gemacht hat.

Bei Durchschnitts-Goalie Jake Hildebrand (29) und noch viel mehr bei DEL-Rüpel Ryan Olsen (28/beide Frankfurt – zu Saisonbeginn neun Spiele gesperrt) wären nicht nur die Fans mega gespannt, wie Richer dieser Verpflichtungen begründen könnte.

Deutlich leichter wäre das dann bei den ebenfalls gehandelten deutschen Nationalstürmern Tobias Eder (25/Düsseldorf), Frederik Tiffels (27/ München) und Samuel Soramies (24/Augsburg).

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