Korbinian Geibel (l.) und Matt White feiern die gewonnene Meisterschaft nach dem Spiel in München. Foto: City-Press

Da musste man schon zweimal hinschauen. Ist das wirklich Korbinian Geibel? Ja, er ist es! Der Eisbären-Verteidiger stand mit einem ungewohnten Kurzhaarschnitt vor uns. Die langen blonden schönen Haare waren verschwunden. „Die habe ich für krebskranke Menschen, die eine Perücke benötigen, gespendet“, lautet die kurze Antwort des noch 19-jährigen Verteidigers.

Unter der harten Schale sitzt bei den meisten Eishockeyspielern eben ein weiches Herz. Korbinian war mit 16 Jahren aus dem Allgäu vom ESV Kaufbeuren zu den Berliner Eisbären gestoßen. In der Pandemie-Saison 2020/21 schickte ihn Trainer Serge Aubin bereits zweimal bei den Profis zwischen die Banden. In der gerade beendeten Saison durfte Geibel 15-mal im Schnitt gute sechs Minuten aufs Eis. „Ich wurde sogar bei fünf Play-off-Spielen eingesetzt. Im Gegensatz zu den vorjährigen Geisterspielen waren diesmal die Zuschauerränge richtig gut besetzt. Da macht Eishockey noch mehr Spaß“, freut sich der gebürtige Starnberger.

Korbinian Geibel: Verletzung verhinderte mehr Eisbären-Spiele

Wahrscheinlich wäre Korbinian auf weit mehr Einsätze gekommen, wenn er sich nicht so schwer am Bein verletzt hätte. Wochenlang fiel er aus. „Ich hatte aber nie das Gefühl, dass ich dadurch unbeachtet geblieben bin. Dr. Ziesche, die Physios André Kreidler und Thomas Wöhrl sowie der medizinische Dienst im Sportforum haben sich alle um mich bemüht“, sagt der genese Korbinian.

Durch diese Hilfe trug er nicht nur bei den Füchsen in Weißwasser zum Klassenerhalt in der DEL2 bei. Korbinian kann auch die Meistermedaille mit Stolz tragen.

Im Kraftraum gibt es Muckis für die neue Eisbären-Saison

Gegenwärtig jagt er mit sichtbarem Eifer über den kühlen Grund seines Sports. Im Kraftraum sitzt er auch nicht nur auf der Bank, was seinem Körper deutlich anzusehen ist. Das wird wahrscheinlich auch im August so mancher Stürmer verspüren. Dann nämlich findet in der kanadischen Provinz Alberta die U20-WM statt. Es handelt sich sozusagen um die Nachsitzer-WM der im vorigen Dezember wegen Covid-19 abgebrochenen Titelkämpfe.

„Zudem hatte mich auch Covid-19 noch erwischt. Ich freue mich, dass ich nun wieder fit vom Bundestrainer für die U20 eingeladen wurde. Wir treffen uns zum ersten Lehrgang Ende dieses Monats“, sagt ein gut gelaunter Korbinian. Er wird zwar im Juli 20 Jahre alt, aber ihm und allen Spielern, die im Dezember im Alterslimit lagen, wird das Startrecht für die Alberta-WM erteilt.

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