Eisbär Frank Mauer (2.v.l.) lässt sich nach seinem Tor zum 4:3 nach Verlängerung gegen die Augsburger Panther von den Kollegen feiern.
Eisbär Frank Mauer (2.v.l.) lässt sich nach seinem Tor zum 4:3 nach Verlängerung gegen die Augsburger Panther von den Kollegen feiern. Foto: City-Press/Marco Leipold

Das ist nichts für Herz-Patienten! 4:3 (1:0, 0:3, 2:0/1:0 ) nach Verlängerung gewinnen die Eisbären gegen die Augsburger Panther. Immerhin! Noch!  13.287 Zuschauern in der MB-Arena - sofern Fans des DEL-Rekordmeisters - stehen abwechselnd vor Entsetzen die Haare zu Berge bzw. haben sie Gänsehaut vor Entzücken. Dieser Freitag, der 13., ist für die Eisbären irgendwie ein Horror- und  Glückstag in einem.

Im ersten Drittel spielen die Eisbären, als würden sie ihren Träumen von den Pre-Play-offs Taten folgen lassen wollen. Im zweiten spielen sie wie ein Absteiger, im dritten und der Overtime sind sie dann vom Schicksal geküsst. Aber der Reihe nach.

Dieser Freitag, der 13. - für die Eisbären wird er (beinahe) zum Horror-Tag, ...

... weil sie es wieder nicht schaffen, zwei Drei-Punkte-Siege in Folge einzufahren. Nur einmal gelang das in dieser Spielzeit und das schon Anfang Oktober! Zwei Punkte werden am Ende trotzdem gefeiert wie die Erlösung. 

... weil Augsburg (hat zwei Spiele weniger absolviert) nicht richtig distanziert werden kann. Wenigstens sind es jetzt zehn Punkte Vorsprung. Sieht ganz so aus, als könnten sich die Bären das Endspiel um den Klassenerhalt am 3. März (19.30 Uhr) am vorletzten Spieltag der Hauptrunde in Augsburg ersparen.

... weil sie in sieben Minuten drei Gegentore kassieren, die teilweise unfassbar sind. Beim 1:1 haut Leo Pföderl den Puck vorm Tor nicht weg, will ihn unter dem am Boden liegenden Goalie Tobi Ancicka verstecken. Natürlich geht das schief, Kuffner triff (25.). Das 1:2 erzielt Wännström direkt nach einem Bully (27.), beim 1:3 kommt Leblanc trotz Bedrängnis irgendwie an die Scheibe (32.).

... weil sie es wieder mal trotz jeder Menge guter Möglichkeiten (und eines keineswegs überragenden Dennis Endras im Panther-Tor) nicht schaffen, ein Tor bei 5 gegen 5 zu erzielen.

... weil sie ihren zurzeit besten Verteidiger verlieren. Marco Nowak muss ab der 26. Minute verletzt in der Kabine bleiben.

Dieser Freitag, der 13. - für die Eisbären ist er aber auch ein Glückstag, ...

... weil das Powerplay bestens funktioniert. Beim 1:0 (9.) ist Zach Boychuk nach 55 Sekunden in Überzahl zur Stelle. Beim 2:3 (50.) braucht Kevin Clark für den Abfälscher nach Boychuk-Schuss nur 30 Sekunden mit einem Mann mehr, beim 3:3 (56.) dann nach Boychuk-Pass genau 59 Sekunden.

... weil sie die Schiris auf ihrer Seite haben. Die Strafen, die gegen Augsburg vorm 2:3 und 3:3 ausgesprochen werden, sind eher aus der Kategorie ganz schlechter Witz. Aber egal, wer fragt morgen noch danach. Es ist nicht verboten, Geschenke anzunehmen.   

... weil Torwart Ancicka, der beim 1:1 sehr unglücklich aussieht, in den Schlussminuten durch drei Monster-Paraden zum Retter wird.

... weil 30 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung einer zum Sieg trifft, der eigentlich nie trifft (obwohl er zuletzt etliche 100-Prozent-Chancen auf der Kelle hatte). Frank Mauer, letztes Saisontor am 25. September, bringt den Puck nach einem Versuch von Giovanni Fiore letztlich über die Linie.

Wow, was für ein Abend! Den können die Eisbären jetzt erst mal in Ruhe sacken lassen. Sonntag sind sie spielfrei, der nächste Einsatz wartet am Donnerstag in Frankfurt (19.30 Uhr).

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