Eisbären-Torwart Juho Markkanen und Verteidiger Julian Melchiori feiern den so wichtigen Sieg.
Eisbären-Torwart Juho Markkanen und Verteidiger Julian Melchiori feiern den so wichtigen Sieg. Foto: Imago/Beautiful Sports

Gaaaanz tief durchatmen, die Eisbären haben es tatsächlich geschafft! 3:2 (1:2, 2:0, 0:0) im Kellerduell bei den Augsburger Panthern, der erste Drei-Punkte-Sieg seit dem 4. November, im zwölften Versuch hat es endlich geklappt. Der frei Fall ist erst mal gestoppt. Mehr nicht. Um von einem Um- oder gar Aufschwung zu sprechen, muss Mittwoch in Wolfsburg (19.30 Uhr) und Freitag gegen Bietigheim (19.30 Uhr, MB-Arena) Nachschlag her.

Diesen so wichtigen Sieg hat sich der amtierende Meister erarbeitet, erkämpft, erzittert. Marcel Noebels sagt hinterher: „Ich glaube, wir haben eine Mannschaft auf dem Eis gesehen, die wollte.“ Das ist in den Partien zuvor sicher auch so, aber diesmal kann sie auch.

Juho Markkanen feiert wie nach Titelgewinn

Wie groß der Felsbrocken ist, sieht man bei Juho Markkanen. Der Finne  steht diesmal im Tor (als überzähliger Ausländer neben Peter Regin ist diesmal Brendan Guhle raus), hat am Ende 35 Saves auf dem Konto und eine Fangquote von über 94 Prozent.

Als die Schlusssirene ertönt, reißt Markkanen beide Arme hoch, hält sie angewinkelt in Hüfthöhe und schüttelt sich im Jubel wie nach einem Titelgewinn. Und auch bei den Kollegen zeigen die Mundwinkel endlich mal wieder überwiegend nach oben.    

Sportchef Stéphane Richer zeigt keine Regung

Eisbären-Sportchef Stéphane Richer verfolgt das Spiel in Augsburg beinahe regungslos.
Eisbären-Sportchef Stéphane Richer verfolgt das Spiel in Augsburg beinahe regungslos. Foto: Imago/Eibner

Wie Stéphane Richer auf die Erlösung reagiert, bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende sieht man den EHC-Sportchef etwas abseits sitzen, regungslos versunken in seinem Stuhl. Er traut dem Braten da noch nicht, zu viel ging in den Spielen davor noch in den letzten Sekunden den Bach runter.

Wäre das auch in Augsburg so gewesen, Richer hätte kaum noch Argumente gehabt, warum sein zweimaliger Meistertrainer und guter  Kumpel Serge Aubin, den bei den Eisbären niemand feuern möchte, weiter im Amt bleiben darf.   

Denn zuvor auf dem Eis ist vieles wie so oft. Kevin Clark sorgt nach nur 62 Sekunden für die Führung, die aber Ryan Kuffner nach einem Solo aus dem eigenen Drittel heraus und an vier Eisbären vorbei mit dem 1:1 (5.) und Brady Lamb mit einem leicht abgefälschen Schuss im Powerplay (9.) schnell drehen. Beide Male schlägt der Puck über der Fanghand von Markkanen ein.

Zweiter Blitzstart ebnet den Weg zum Sieg

Blitzstart auch im zweiten Drittel: Matt White gleich nach 32 Sekunden zum 2:2 aus (21.), Zach Boychuk gelingt dann die Führung (34.). Mit einem weiteren Tor für Ruhe zu sorgen, das ist wieder nicht drin. Aber egal, Hauptsache endlich, endlich mal wieder drei Punkte. 

Wermutstropfen: Alex Grenier muss nach 25 Minuten in die Kabine, hat Schmerzen im Bereich des linken Armes, der linken Schulter. Als dann durchsickert, dass ein Krankenwagen am Curt-Frenzel-Stadion vorgefahren ist, muss man wohl damit rechnen, dass da ein längerer Ausfall droht.

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