Was für ein Jubel: Manuel Wiederer feiert sein 1:0 im fünften Halbfinale gegen Mannheim mit Frans Nielsen (l.), Kevin Clark (2.v.r.) und Nicholas Jensen (r.). Foto: dpa/Andreas Gora

Da schmilzt jedes Eis, da schlägt jedes Eishockey-Herz im Trommeltakt!  3:0 (0:0, 1:0, 2:0) gewinnen die Eisbären das fünfte und entscheidende Halbfinale und damit die Best-of-five-Serie gegen die Adler Mannheim 3:2. Die MB-Arena ist gut gefüllt mit 10.035 Zuschauern, die das Dach der Halle mehrfach abheben lassen. Und so wird es auch am Freitag (19.30 Uhr) sein, wenn bei der Mission Titelverteidigung Finale Nr 1. gegen München steigt. Nicht mal 24 Stunden nach der Schlusssirene der epischen Schlacht gegen Mannheim. Puh!

Nach einem Drittel, das viel von Eishockey-Schach hat, geht es im zweiten Abschnitt sofort richtig rund. Manuel Wiederer versenkt nach nur 43 Sekunden den Puck zum 1:0. Auch im zweiten Versuch packt dann Blaine Byron das 2:0 (46.) für den Meister drauf - beide Treffer mit vorbereitet von Kevin Clark. Das 3:0 erzielt wieder Byron fast über die gesamte Eisfläche ins leere Tor (60.). Der Rest ist Jubel. Jetzt fehlen nur noch drei Siege zu Titel Nr. 9.

Final-Serie wird zum Termin-Wahnsinn

Nur: Zeit, alles ein wenig sacken zu lassen, die Muskeln zu lockern, kleine Wehwehchen zu kurieren und sich übers Erreichte zumindest ein wenig zu freuen, ist nicht. Weil die DEL wegen Corona die Hauptrunde um eine Woche verlängerte, haben die Eisbären nun Probleme mit den Hallennutzungs-Zeiten.

Die Folge: Schon am Freitag gibt es Finale 1, Nummer 2 am Sonntag (15.15 Uhr in München) und Nr. 3 am Montag in der Hauptstadt (19.30 Uhr) sowie - falls nötig - Nr. 4 und 5 am Mittwoch in München und Donnerstag in Berlin (beide 19.30 Uhr) finden jeweils innerhalb von 24 Stunden statt.

Schön und wirklich fair ist anders. Zumal Gegner München (3:0 in der Serie gegen Wolfsburg) schon seit Sonntagnachmittag die Beine lockern konnte. Aber meckern hilft nicht, einfach machen. So wie gegen Mannheim.

Ein Duell, wie es enger kaum geht

Und was ist das für ein Duell der DEL-Rekordmeister (EHC acht Titel, Adler sieben). Eng, enger geht's kaum. Am Ende sind es fünf von maximal fünf möglichen Partien, insgesamt 312 intensivste Spielminuten, unterm Strich steht ein Torverhältnis von 18:15. Wahnsinn.

Wie auch die Leistung aller und vor allem von Manuel Wiederer. Für Bundestrainer Toni Söderholm einer der besten Defensiv-Stürmer der DEL ist er nicht nur in dieser Rolle wieder mal überragend, er wird in dieser heißesten Phase der Saison auch noch zum Torjäger. Das 1:0 in Spiel 5 ist schon sein vierter Treffer in diesen Play-offs, der dritte im Halbfinale.

Wenn Manuel Wiederer trifft, ist alles gut

Und für die Eisbären gilt: Wenn Wiederer trifft, ist alles gut. In Spiel 1 sorgt er in der Overtime für das Siegtor zum 4:3 (72.), in Spiel 2 macht er beim 6:3 in Mannheim das so wichtige 1:1 (28.). In Spiel 5 ist seine Bude der Türöffner zum Finale. Spiel 3 (3:5) und 4 (3:4) ohne Tor von Wiederer gehen verloren ...

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