Steffen Ziesche trainiert das DEB-Team in Krefeld. Foto: Imago Images

Eigentlich war Steffen Ziesche beim Deutschland Cup in Krefeld (Donnerstag bis Sonntag) dafür vorgesehen, das sogenannte Top Team Peking mitzubetreuen. Der 48-Jährige, der zwischen 1989 und 1994 erst für Dynamo und dann für die Eisbären spielte, ist U18-Bundestrainer und hat einen guten Draht zu Talenten. Zahlreiche aktuelle Eisbärenprofis hat er als früherer Coach des DNL-Teams der Eisbären Juniors nach oben gebracht.

Doch nun kommt alles anders: Weil Toni Söderholm, Cheftrainer der A-Nationalmannschaft, positiv auf Covid-19 getestet wurde, ist Ziesche, der mit seiner Familie in Berlin wohnt, zum Interims-Headcoach aufgestiegen. „Ich freue mich, dass ich bei der A-Nationalmannschaft dabei sein darf“, sagt Ziesche. Unterstützt wird er von Thomas Popiesch, dem Cheftrainer der Fischtown Pinguins.

An den Fähigkeiten Ziesches gibt es keine Zweifel. Unter Ex-Bundestrainer Pat Cortina durfte er bereits hospitieren. Zwischen 2017 und 2019 war er zudem Co-Trainer im Profiteam der Eisbären. Vor allem für die deutschen Spieler war er eine wichtige Vertrauensperson. Groß war damals das Unverständnis, als er gehen musste.

Vor allem Vater und Dynamo-Legende Achim Ziesche äußerte Unmut über den Umgang mit seinem Sohn. O-Ton: „Das hat keinen Stil.“ Umso größer dürfte jetzt die Genugtuung sein über das, was der Sohnemann erreicht hat. 16 Jahre hatte der heute 81-Jährige die Auswahl der DDR trainiert, führte Dynamo hinter der Bande zu zwölf Titeln. „Er wird sicher stolz sein“, sagt Ziesche junior, „wir stehen in einem engen Austausch!“