Constantin Braun läuft jetzt im Trikot der Krefeld Pinguine auf. Foto:  imago images

An diesen Anblick wird man sich erst noch gewöhnen müssen: Wenn die Eisbären am Montagabend (18.30 Uhr, MagentaSport) die Krefeld Pinguine in der MB-Arena empfangen, läuft Constantin „Tine“ Braun (32) zum ersten Mal mit fremder Kluft auf. Anfang Dezember hatten sich der fünffache Meisterbär und die EHC-Verantwortlichen ja für die Leihe ins Rheinland entschieden.

Dass Spieler den Verein wechseln und dann in fremden Farben aufs Arena-Eis zurückkehren, ist nichts Ungewöhnliches. Wenn es dabei aber um die Bären geht, die hier von Jungprofis zu Meisterspielern reiften und dann in Serie Titel gewannen, ist das emotional noch mal eine ganz andere Nummer. Als in der Vorsaison Jens Baxmann mit den Iserlohn Roosters gegen den EHC spielte, hatte er mit den Tränen zu kämpfen.

Frank Hördler: „Das wird nicht einfach“

„Natürlich ist es ein bisschen traurig, Brauni gehen zu lassen, wir haben hier viel zusammen erlebt“, sagt EHC-Manager Peter John Lee. Neben den sportlichen Höhepunkten haben der Spieler und die Eisbären auch gemeinsam eine Depression, eine Alkoholsucht und schwere Verletzungen durchgestanden. Den Kampf um mehr sportliche Anerkennung muss Braun nun aber alleine bestreiten.

Sein ehemaliger Verteidigerkollege Frank Hördler ist einerseits traurig über Brauns Abschied. Aber: „Anscheinend fühlt er sich wohl dort, er war bislang viel in Szene zu sehen“, freut sich der Kapitän. Und er ist überzeugt, dass das Duell am Montagabend nicht ganz spurlos an ihm vorbeigehen wird. Er ist überzeugt: „Nach so vielen Jahren plötzlich auf der anderen Seite zu stehen, wird nicht einfach.“