Ryan Stoa und Daniel Schmölz von den Nürnberg Ice Tigers mussten während des Spiels gegen die Bietigheim Steelers wegen Corona vom Eis. Foto: Imago

Als das erste Drittel lief, fehlten plötzlich zwei Nürnberger Spieler. Ryan Stoa und Daniel Schmölz durften nicht zurück aufs Eis, weil sie gerade positive PCR-Testergebnisse erhalten hatten. „Völlig überrascht, völlig konfus“ waren die Ice Tigers, berichtete Sportdirektor Stefan Ustorf nach dem 1:5 gegen die Bietigheim Steelers bei MagentaSport: „Die beiden sind völlig gesund.“

Der Klub hatte am Morgen noch Schnelltests durchgeführt, „die ganze Mannschaft war negativ“, sagte Ustorf, der mit dem Eisbären als Spieler sechs deutsche Meisterschaften feierte. Ustorf erklärt das Corona-Chaos: „Und auf einmal kommt das Labor im ersten Drittel und sagt: Die Zwei müssen raus.“

Bei den PCR-Tests handelte es sich nach Angaben der Deutschen Eishockey Liga (DEL) um freiwillige Tests der Nürnberger. Vorgeschrieben sind solche Testungen nach dem seit 1. Februar gültigen geänderten Corona-Protokoll nur noch bei Spielern, die nicht frisch geimpft, frisch genesen oder geboostert sind.

Ice Tigers fehlen acht Spieler

Besonders bitter für die Ice Tigers: Mit dem kurzfristigen Ausfall des Duos fehlten ihnen acht Spieler, „das ist natürlich schwer zu kompensieren“, so Ustorf. Auch wenn bundesweit die Einschränkungen fallen - die Corona-Pandemie beeinflusst die sportlichen Entscheidungen in der DEL nach wie vor. Und am Ende könnte der Punktequotient über Play-off-Teilnahme und Abstieg entscheiden.

Auf etwa 120 schätzt das Ligabüro die Zahl der Coronafälle in dieser Saison mittlerweile, „alle Teams waren betroffen“, sagte Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln dem SID. Aktuell sind die Schwenninger Wild Wings nach einem Corona-Ausbruch in Quarantäne, die Spiele am Wochenende gegen Krefeld und Düsseldorf wurden abgesagt. Die Augsburger Panther haben inzwischen ihren 22. Coronafall vermeldet und sind ebenfalls nicht spielfähig.

DEL-Tabelle wird unvollständig bleiben

„Wir müssen davon ausgehen, dass wir etwa fünf Spiele nicht mehr nachholen können“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem SID. Das bedeutet: Zum Ende der Hauptrunde wird die Tabelle unvollständig sein. „Es ist dann so, dass der Punkteschnitt entscheidet, wer in die Play-offs kommt oder wer absteigt“, sagte Tripcke: „Das ist natürlich nicht ideal, aber genau dafür wurde diese Wertung eingeführt. Sie ist vor der Saison einstimmig so beschlossen worden, jeder wusste, dass es so kommen kann.“

Aktuell liegt Ingolstadt auf dem sechsten Platz, der noch direkt ins Viertelfinale führt - 0,003 Punkte vor dem Siebten. Bietigheim als Zehnter - und damit noch in den Vor-Play-offs - hat immerhin 0,02 Zähler Vorsprung auf den Elften. Schwenningen und Iserlohn, beide in erhöhter Abstiegsgefahr, trennen 0,005 Punkte. „Favorit“ auf den ersten sportlichen Abstieg aus der DEL seit 15 Jahren sind die Krefeld Pinguine, die 0,107 Zähler - und damit vergleichsweise deutlich - hinter dem Vorletzten Kölner Haie liegen. Sie haben allerdings noch sechs Spiele mehr auszutragen - und damit sechs Chancen mehr zu punkten.

Lesen Sie hier mehr über die Eisbären >>