Wenn Torwart-Hexer Mathias Niederberger in dieser Saison noch neunmal über einen Sieg jubeln kann, haben die Eisbären ihren Titel verteidigt. Foto: City-Press/Florian Pohl

Wofür sie trainieren (die Titelverteidigung!), wissen die Eisbären seit dem Sommercamp, jetzt wissen sie endlich auch, gegen wen es im Viertelfinale (best of five) geht: Köln setzte sich als Hauptrunden-Zehnter mit 2:0-Siegen gegen den Siebten Ingolstadt durch. Los geht es mit Spiel eins am Sonntag (14 Uhr, MB-Arena, es gibt noch Karten).

Eisbären-Torwart Mathias Niederberger lächelt ein bisschen, als er über die Haie spricht: „Die fühlen sich als Gegner für mich immer wie ein Derby an. Ich bin ja Düsseldorfer. In den Play-offs ist zwar jedes Team enorm gefährlich, aber die Haie werden besonders bissig gegen uns sein, weil die halbe Mannschaft und Trainer Uwe Krupp einmal zur Organisation der Eisbären gehörten.“

Haie kommen mit Ex-Eisbären

In der Tat steckte mit den Keepern Tomas Pöpperle und Justin Pogge sowie Alexander Oblinger, Marcel Müller, Mark Olver und Landon Ferraro fast ein halbes Dutzend schon im Eisbärenfell. Für Niederberger spielen die alten Verbindungen keine Rolle: „Wir gehen aufs Eis, um zu gewinnen. Wir können endlich wieder vor Publikum spielen. Das ist eine zusätzliche Motivation.“

Trainer Serge Aubin baut auch für die Play-offs auf seinen Schlussmann: „In der DEL kannst du nur vorn mitmischen, wenn du einen Top-Goalie im Kasten stehen hast.“ Den haben die Eisbären mit Niederberger (Gegentor-Schnitt von 1,97 pro Spiel). Stürmer Kevin Clark lobt: „Mathias hat uns in so mancher Begegnung im Spiel gehalten. Dadurch konnten wir seit Dezember die Tabellenführung in der DEL verteidigen.“

Mathias Niederberger fand sportliches Glück

Niederberger selbst klopft sich immer wieder auf die Schulter, wenn er über die Eisbären nachdenkt: „Es war für mich ein Bauchgefühl, nach Berlin zu gehen. Ich habe tatsächlich bei den Eisbären mein großes sportliches Glück gefunden. Ich bin zum ersten Mal Deutscher Meister geworden und bestreite am Sonntag mein 25. Play-off-Spiel.“

Die beiden freien Tage am Anfang der Woche nutzte der Hexer übrigens für die Psyche: „Ich habe noch mal mit meinem langjährigen Düsseldorfer Mentaltrainer Axel Zaelitz gearbeitet. Vielleicht zahlt sich das aus. Die Form stimmt nach meinem Gefühl jedenfalls.“

„Petri Vehanen stand wie eine Wand vor mir“

Niederberger überlässt nie etwas dem Zufall. Gleich nach dem Abitur zog es ihn 2011 nach Kanada. Vier Jahre spielte er dort. Später düste er auf eigene Kosten in das Sommer-Trainingslager nach Toronto: „Ich habe in Kanada viel gelernt, auf dem Eis und die Sprache.“ So liest er Bücher englischer Autoren längst in der Originalsprache.

Unmittelbar nach Kanada stieß er zu den Eisbären. Doch nur für eine Saison. „Petri Vehanen stand damals wie eine Wand vor mir. Auf der Bank lernt man nichts. Ich bin deshalb zurück nach Düsseldorf und erst 2020 zurückgekommen.“

Von Prenzlauer Berg ab nach München

Immerhin mit dem Titel „DEL-Torwart des Jahres“.  Die Rückkehr an die Spree zahlte sich längst mit einer Meistermedaille aus. Der Keeper wohnt mit seiner Freundin Laryssa im Szene-Bezirk Prenzlauer Berg. „Uns gefällt es dort.“ Noch, denn München lockt. Niederberger lässt sich davon nicht ablenken: „Jetzt gilt alle Konzentration den Play-offs.“

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