Kris Foucault (l.) und Matt White bringen es gemeinsam auf 46 Scorerpunkte. Foto: Imago

Als die Saison im letzten Jahr unmittelbar vor den Playoffs abgebrochen wurde, hatten die Eisbären und ihre Fans das Gefühl, dass Corona ihnen die Chance zum großen Wurf genommen hat. Jetzt, wo die Spiele der Nordgruppe absolviert sind, die Eisbären vollgepackt mit Punkten und Selbstvertrauen gen Süden aufbrechen werden, muss man sagen: Der 2021er-Jahrgang wirkt noch eine ganze Spur stärker. Sportdirektor Stéphane Richer hatte auf dem Transfermarkt einen richtig guten Riecher!

Mittelachse ging von Bord

Dabei sah es im Sommer und eigentlich auch kurz vor dem Saisonstart gar nicht danach aus, dass der EHC in dieser verrückten Spielzeit so brillieren kann. Neben Corona ging mit James Sheppard, Louis-Marc Aubry und Maxim Lapierre die komplette Mittelachse von Bord, Austin Ortega zog nicht mit, als es um Gehaltsverzicht ging, André Rankel ging in den verdienten Ruhestand. Bis auf das Fischtown-Doppel Mark Zengerle und Stefan Espeland (inzwischen in Salzburg) gab es lange Zeit keine frohe Kunde vom Transfermarkt.  Richer sagt: „Wir haben uns absichtlich im Sommer etwas zurückgehalten, weil so lange unklar, wie es mit der Saison weitergeht.“

Doch dann schüttelte Richer ein Ass nach dem anderen aus dem Ärmel. Los ging es Ende November mit Kris Foucault, der es auf 16 Tore und sieben Assists bringt. Mit Giovanni Fiore (5 Tore/7 Assists) ging es Anfang Dezember weiter, der als einzige Nachverpflichtung nicht den ganz großen Einfluss aufs EHC-Spiel hat, zuletzt fiel er verletzt aus. Und auch noch vor dem Saisonstart wechselte Matt White aus der KHL an die Spree. Seine Bilanz: 12 Tore, 11 Assists.

Marcel Noebels: Wir haben große Ambitionen

Doch damit noch lange nicht genug: Ende Januar konnte Richer Zach Boychuk zu den Eisbären lotsen, der ebenfalls granatenmäßig eingeschlagen hat und ein Grund dafür ist, dass die Gegner im Powerplay Zähneklappern kriegen (10 Treffer/8 Vorlagen). Und seit Ende Februar ist auch noch Simon Després mit von der Partie, als Nachfolger von Espeland. Obwohl er zuvor fast ein Jahr nicht gespielt hatte, tritt er auf, als wäre er schon ewig ein Teil dieser Kombo.

Richer: „Wir hatten auch Glück, dass wegen Corona Spieler dieser Qualität auf dem Markt waren. Mit der Bilanz sind wir sehr zufrieden.“