Eisbären-Matchwinner Giovanni Fiore (r.) lässt sich von den Kollegen nach seinem zweiten Tor feiern.
Eisbären-Matchwinner Giovanni Fiore (r.) lässt sich von den Kollegen nach seinem zweiten Tor feiern. City-Press/Marco Leipold

Auf dem Eis flutscht es noch lange nicht so toll wie in den Titel-Jahren 2021 und 2022, aber was Moral, Charakter und Willen angeht, sind die aktuellen Eisbären jetzt schon wieder meisterlich! 3:2 (0:0, 0:1, 2:1/1:0) nach Verlängerung gegen Nürnberg. Klingt nicht gerade berauschend, ist es aber!

Für den EHC ist es das fünfte Spiel in sieben Tagen, wieder fehlen sechs Leistungsträger verletzt oder gesperrt. Für die Jungs, die Trainer Serge Aubin noch aufs Eis schicken kann, ist das die maximale Belastung für Körper und Geist.

Angriffsmaschine der Eisbären stottert

Verständlich, dass die Bären schwer in Tritt kommen. Die eigentliche Angriffsmaschine der Liga stottert, am Ende sind es für EHC-Verhältnisse gerade mal magere 26 Schüsse auf die Kiste von Ex-Eisbären-Goalie Leon Hungerecker. Auch im Powerplay läuft in fünf Versuchen nichts.

Und als die Ice Tigers dann durch einen Abstauber von Ryan Stoa (28.) und einen Schuss aus oberspitzem Winkel von Daniel Schmölz (48.) 2:0 führen, haben die Meister-Fans unter den 10.069 Zuschauern in der MB-Arena nicht mehr viel Hoffnung. Doch: Eisbären geben niemals auf.

102 Sekunden vor ultimo zieht Aubin bei der sechsten Überzahl Torwart Tobi Ancicka für einen sechsten Feldspieler. Diesmal klappt’s! Kevin Clark schafft das 1:2 (59.). 55 Sekunden später gelingt Giovanni Fiore tatsächlich der Ausgleich – 2:2 (60.). Jetzt tobt die fast schon traurige Arena.

Eisbär Giovanni Fiore wird zum Matchwinner

Erst recht, als Fiore das Ganze mit dem Siegtor in der Overtime krönt – 3:2 (64.). Eigentlich verspringt ihm dabei sogar ein wenig der Puck, doch die Aktion wird zur perfekten Vorlage für sich selbst, Fiore verwandelt eiskalt mit der Rückhand. Was für eine Willensleistung, was für ein Jubel in der Halle.

Fiore hinterher: „Klar sind wir müde und kaputt, aber wir finden einen Weg, wir wollen ja Eishockey spielen.“

Können sie ungebremst weiter tun: Mittwoch in der Champions League in Hradec Kralove (17.30 Uhr), Freitag in der DEL gegen Bietigheim (19.30 Uhr, MB-Arena).

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