Frank Hördler vorm ersten Bully mit vielen tollen Geschenken: silberner Schläger, Sondertrikot, in der linken Hand unter Glas den 1000er-Ring und, und, und.
Frank Hördler vorm ersten Bully mit vielen tollen Geschenken: silberner Schläger, Sondertrikot, in der linken Hand unter Glas den 1000er-Ring und, und, und. Foto: City-Press

Was für ein Tag in der MB-Arena! Frank Hördler (37) macht gegen den ERC Ingolstadt sein 1000. DEL-Spiel, alle für die Eisbären. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Kapitäns, der bei allen bisher neun Titeln des Rekordmeisters dabei war, als einziger Spieler neunmal DEL-Meister ist. Nur das Ergebnis trübt ein wenig die Stimmung – 3:4 (1:2, 0:1, 2:0/0:1) nach Penaltyschießen.

Zum Warmmachen kommen alle Eisbären in Trikots mit Frank Hördlers Nummer sieben auf dem Rücken in die Arena, von den Rängen grüßen die Fans mit unzähligen Plakaten mit einer Sieben, die eine dicke 1000 in der Mitte umrahmen.

Auch Ingolstadts Daniel Pietta gratuliert

Sieben so weit das Auge reicht. Die Eisbären-Fans ehren Frank Hördler mit einer Choreografie, bei der die Trikot-Nummer des Kapitäns die Hauptrolle spielt. 
Sieben so weit das Auge reicht. Die Eisbären-Fans ehren Frank Hördler mit einer Choreografie, bei der die Trikot-Nummer des Kapitäns die Hauptrolle spielt.  Foto: City-Press

Sogar der Gegner gratuliert. Ingolstadts Daniel Pietta (36), der selbst seine 900. Partie absolviert, lobt: „Ich kenne Fränki schon seit der U18, ein genialer Typ. Er gibt immer alles für sein Team und ist trotzdem immer Gentleman. Herzlichen Glückwunsch!“

Weiter geht’s auf dem Eis: Hördler, der seit Jahren immer mit einem gelben Schläger spielt, bekommt von den EHC-Bossen eine silberne Kelle überreicht – für 1000 Spiele. Von der DEL gibt es den 1000er-Ring, den vor ihm nur acht Cracks entgegennehmen konnten.

Trainer Serge Aubin lässt Eric Hördler ran

Dann wird es richtig emotional: Auf dem Media-Würfel in der Arena flimmern Bilder einer einzigartigen Karriere, kommen Jugendtrainer, Weggefährten aller Jahrgänge zu Wort. Fränki schaut mit feuchten Augen zu. Als die Familie den Film mit den Worten „Papa, wir lieben dich“ beschließt, drohen die Augen-Dämme zu brechen. Hördler lächelt das Wasser weg ... Gänsehaut, Gänsehaut, Gänsehaut.

Als auf dem Media-Würfel unvergessliche Szenen von Frank Hördlers Karriere flimmern, schaut die ganze MB-Arena gebannt zu.
Als auf dem Media-Würfel unvergessliche Szenen von Frank Hördlers Karriere flimmern, schaut die ganze MB-Arena gebannt zu. Foto: City-Press

Auch Trainer Serge Aubin („Fränki ist eine Legende, ich bin so stolz auf ihn“) gibt alles für ein schönes Jubiläum und stellt Eric Hördler (18) mit ins Line-up. Aber nicht, weil er Franks großer Sohn ist, sondern weil sich Eric das im Training erarbeitet hat. In den Spielunterbrechungen gratulieren via Videobotschaft über den Würfel immer wieder ehemalige Teamkollegen.

Marco Nowak trifft früh, aber dann ...  

Dem Jubilar ist der ganze Rummel vielleicht ein bisschen zu viel. Vorm ersten Bully sagt er erst im zweiten Satz: „Ja, ich freue mich drauf, es ist was ganz Besonderes für mich.“ Dem voran stellt er: „Es ist gerade etwas schwierig, das zu genießen.“ Womit wir beim Thema wären.

Sportlich steckt der Meister weiter dick im Schlamassel. Coach Aubin setzt auf seine 3:2-n.V.-Gewinner vom Freitag gegen Bremerhaven. Als dann Marco Nowak nach nur 74 Sekunden den Puck im Ingolstadt-Tor versenkt, kennt der Jubel der diesmal 10.107 Zuschauer in der MB-Arena keine Grenzen.

Aber wie so oft in dieser verflixten Saison dauert die Freude nicht allzu lange. Charles Bertrand (6./Powerplay, 12.) dreht das Spiel. Als dann Pietta 15,7 Sekunden vor der zweiten Drittelpause auf 1:3 stellt (40.), sieht’s finster aus.

Leo Pföderl & Co. kämpfen für ihren Kapitän

Aber so wollen die Eisbären den Ehrentag des Kapitäns dann doch nicht enden lassen: Leo Pföderl schafft den Anschluss (43.), Kevin Clark gleicht aus (56.) – beide Male in Überzahl. Egal! Die Overtime bleibt torlos, im Penaltyschießen treffen zwei Ingolstädter, für den EHC versenkt nur Lewis Zerter-Gossage.

Noch mal zurück zu vor dem Spiel. Da wird Hördler auch nach seinen sportlichen Zielen gefragt. Seine Antwort: „Ich bleibe da ganz in der zeitlichen Nähe: Wir müssen da rausklettern, uns aufrappeln, Punkte sammeln, die Herausforderung meistern.“

Eisbären jetzt gegen Abstiegs-Konkurrenten

Und die ist weiter tief im Tabellenkeller nicht kleiner geworden. Aber die Moral und vor allem das letzte Drittel machen Mut. Denn jetzt geht’s gegen die Abstiegs-Konkurrenz: am Mittwoch in Iserlohn (19.30 Uhr), am Freitag gegen Schwenningen (19.30 Uhr, MB-Arena) und dann folgt als Highlight am Sonntag das Spiel in Augsburg (19 Uhr).

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